Schwere Zeiten für Sportfreunde

Zum 1. April haben die Siepener den Vertrag für ihre Sportanlage gekündigt. Grund: stark sinkende Mitgliederzahlen.

Neviges. Die Sportfreunde Siepen befinden sich in schwierigem Fahrwasser. Bereits im vergangenen Jahr meldete der Verein seine Fußballer aus der Kreisliga ab, es gibt nur noch ein Freizeitteam und eine Alt-Herren-Mannschaft.

Die Jugendabteilung hat sich ebenfalls aufgelöst, und zu Jahresbeginn war auch für die Badmintonspieler Schluss. Nun hat der Verein zum 1. April den Betreuungsvertrag für die Sportanlage an der Hohenbruchstraße gekündigt.

Eine Ursache für den Niedergang des Vereins (mit aktuell 126 Mitglieder) ist für Geschäftsführer Jörg Althammer der fehlende Kunstrasen: „Auf Asche sind wir nicht mehr konkurrenzfähig.“ Besonders Jugendliche wollen lieber auf dem modernen Belag spielen und finden bei anderen Vereinen mit neuen Sportanlagen Alternativen. Die Badminton-Abteilung habe man zum ersten Januar aufgegeben, weil die Hallenkosten für zum Schluss 20 Spieler in keinem Verhältnis standen.

Auf Dauer könne man nun die Platzpflege nicht weiter gewährleisten: „Uns fehlen einfach die ehrenamtlichen Helfer.“ Mit dem Rückzug endet auch die Ära der Sportler-Klause, die morgen zum letzten Mal öffnet.

Man gehe in eine ziemlich ungewisse Zukunft, aufgeben will der Vorstand aber nicht: „Wir versuchen, im nächsten Jahr mit einer oder zwei Mannschaften den Spielbetrieb wieder aufzunehmen“, sagt Althammer. Wer sich in Zukunft um den Platz kümmert, ist bislang offen.

Die Vorlage für einen Betreuungsvertrag mit dem Turnsportverein (vormals Türkspor) Neviges wurde jetzt im Sportausschuss von der Verwaltung zurückgezogen: „Es gab noch Gesprächsbedarf“, so der städtische Sportmanager Michael Bösebeck.

Bis zu einer endgültigen Lösung wird sich die Stadt um die Anlage an der Hohenbruchstraße kümmern, die künftig wieder stärker frequentiert sein wird: Neben den beiden Hobbymannschaften der Sportfreunde spielen demnächst Blau-Weiß Langenberg und TVD Velbert wegen des Umbaus der Plätze im Nizzatal und in Birth zeitweilig im Siepen.