Wülfrath: Schwerbehinderten-Beratung: Peter Schiestel gibt Ehrenamt auf

Wülfrath : Schwerbehinderten-Beratung: Peter Schiestel gibt Ehrenamt auf

Nach sieben Jahren beendet der Wülfrather sein Engagement. Am Mittwoch hält er seine letzte Beratungsstunde ab.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 2013 startete Peter Schiestel in sein Ehrenamt als Schwerbehinderten-Berater bei der Wülfrather Gruppe. Sieben Jahre ist die Initiierung dieses Einsatzes her, jetzt soll Schluss sein. „Die ehrenamtlichen Beratungen sind mittlerweile zu einem Vollzeitjob ausgereift“, weiß Schiestel, der einmal im Monat – jeweils am zweiten Mittwoch – eine solche Beratung in den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes anbot. Immer mehr Widerspruchs- und Klageverfahren fesselten Peter Schiestel allerdings an den heimischen Arbeitsplatz. Fristen mussten eingehalten, die Antragsteller schnellstmöglich bedient werden.

„Das wurde mir mit der Zeit einfach zu viel“, weiß der Schwerbehinderten-Berater. Die Flinte komplett ins Korn werfen, wird er allerdings nicht. Jeden Samstag findet man Schiestel beim Info-Treff der Wülfrather Gruppe in der Geschäftsstelle an der Wilhelmstraße. „Natürlich können die Bürger mit ihren Fragen auch dorthin kommen, ich stehe weiterhin für Gespräche zur Verfügung. Nur die Tastatur, die werde ich nicht mehr anfassen.“

Längst zählten zu Peter Schiestels Beratungskunden nicht mehr ausschließlich die Wülfrather. Aus Wuppertal, Mettmann, Düsseldorf und dem weiteren Kreisgebiet meldeten sich Hilfesuchende für Beratungstermine an. „Das geschah alles via Mundpropaganda, weil meine Leistungen kostenlos waren. Bei anderen Beratungsstellen zahlt man für diesen Service“, sagt der Pensionär. Verständnis für seine Ehrenamtsniederlage hat der Wülfrather von sämtlichen Seiten. Sowohl die WG-Fraktionsmitglieder, als auch seine Frau stärken ihm diesbezüglich den Rücken. „Jetzt hab ich wieder vermehrt Zeit für Urlaube“, freut sich Schiestel, der für die WG im Sozialausschuss der Stadt Wülfrath sitzt. „Diese gewonnene Zeit möchte ich gerne mit meiner Frau an der Ostsee verbringen. Dort fahren wir seit Jahren immer wieder gerne hin.“

Neben seinem Engagement als ehrenamtlicher Schwerbehinderten-Berater prüft Peter Schiestel für das Land Nordrhein-Westfalen die Barrierefreiheit der Wülfrather Lokalitäten, verteilt diesbezüglich sogar Vignetten. „Diesem Ehrenamt werde ich auch weiterhin nachkommen. In den kommenden Tagen werde ich beispielsweise eine Vignette an einen Wülfrather Friseursalon überreichen.“ Sparkassen, Apotheken, Bäckereien und weitere Einzelhandelsgeschäfte sind bereits als barrierefrei gekennzeichnet worden. taba