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Wülfrath: Schulunterricht als Herausforderung

Wülfrath : Schulunterricht als Herausforderung

Seit dem vergangenen Donnerstag lernen die Schüler, die vor dem Abschluss stehen, wieder in ihren Klassenräumen.

Fünf Wochen lang musste der Schulbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie zumindest an zentraler Stelle ruhen. Seit dem vergangenen Donnerstag werden die Abschlussklassen auf ihre finalen Prüfungen vorbereitet und besuchen demzufolge wieder die Schulen. Am Gymnasium an der Kastanienallee sind 96 Schüler von dieser Regelung betroffen. „Am ersten Tag haben zwölf Schüler gefehlt, am Freitag 14 Schüler“, berichtet Schulleiter Joachim Busch im Gespräch mit der WZ.

Der Schulbesuch ist für die Abiturienten freiwillig, die Teilnahme am Vorbereitungsunterricht allerdings groß. „Das Angebot wird gut angenommen“, erklärt Joachim Busch, der gemeinsam mit seinem Kollegium passende Hygienemaßnahmen geschaffen hat.

An vier Tischen – sortiert nach Alphabet – werden die Schüler eingangs nach Gesichtsmasken kontrolliert. Eine Spende von 180 Masken gab es im Vorfeld. „Somit haben wir alle Schüler ausgestattet“, ergänzt Stefanie Reuter. Die stellvertretende Schulleiterin kann die Ungewissheit ihrer Schüler nachempfinden. „Auch für uns Lehrer ist die Situation schwer zu handhaben. In dieser Woche haben wir Vorbereitungsunterricht für die Leistungsfächer angeboten, in der kommenden Woche kommen die Grundkurse an die Reihe. Unterrichtet wird drei Zeitstunden lang.“

Sorge, dass die Wülfrather Abiturienten die bevorstehenden Prüfungen nicht schaffen, herrscht im Kollegium nicht. „Eigentlich waren wir mit der Vorbereitung vor dem Lockdown fertig. Die Schüler sind demnach gut vorbereitet. Das merkt man ihnen auch an, sie sind allesamt recht entspannt.“

Während für die Schließung der Schulen ein steter Kommunikationsfluss herrschte, kam die Öffnung vergleichsweise spontan. „Wie eine vollkommende Beschulung aller Schüler funktionieren soll, können wir uns derzeit noch nicht vorstellen. Dafür fehlt sowohl der Raum, als auch das Personal“, erklärt Joachim Busch. Zehn von insgesamt 58 Kollegen gehören am Gymnasium zur sogenannten Risikogruppe.

An der Sekundarschule Am Berg fällt die Quote noch deutlicher aus. „Bei uns sind es weniger als 50 Prozent der Lehrkräfte, die am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen“, sagt Susanne Büttner. Für die stellvertretende Schulleiterin wäre mehr Vorlaufzeit für eine durchdachte Konzeption ebenfalls sinnvoll gewesen. „Wir haben uns zum Glück schon in den Osterferien Gedanken über einen Wiedereinstieg gemacht, weiter planen können wir derzeit aber noch nicht“, stellt sie fest.

Und so ist auch die Aufnahme des klassischen Schulalltags bei der Sekundarschule noch nicht einmal spruchreif. „Wir gehen davon aus, dass wir übernächste Woche die neunten Klassen bekommen. Dann wird unser Platzkontingent aber schon ausgeschöpft sein“, ergänzt Gundula Rohr. Die Abteilungsleiterin für die fünften bis siebten Klassen erklärt das Beschulungskonzept der aktuellen Abschlussschüler, für die übrigens – anders als für die Abiturienten – Schulpflicht besteht. „Maximal 13 Schüler können in einem Klassenraum unterrichtet werden. Wir haben alle drei Gebäudekomplexe im Einsatz, ganze Flurbereiche sind gesperrt“, sagt Rohr.

69 Schüler machen die Zehntklässler derzeit aus. Die neunte Klasse hingegen ist vierzügig. Jede Klasse ist derzeit gedrittelt, bekommt in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch zeitversetzten Unterricht. Maximal drei Zeitstunden zuzüglich einer 15-minütigen Pause dauert der Unterricht. Zentrale Abschlussprüfungen wurden bereits abgesagt. „Es finden dezentrale Prüfungen statt, die jeder Fachlehrer selbst erstellt“, erläutert Susanne Büttner. „Demnach wird nur der Stoff abgefragt, der auch wirklich durchgenommen wurde“, ergänzt sie.