Wülfrath : Schulleiter: Distanzlernen funktioniert

Seit Montag werden Wülfrather Schüler größtenteils zu Hause unterrichtet, nur ein geringer Teil wird notbetreut.

Die erste Woche Distanzunterricht nach den Winterferien ist vorüber und die Schulen ziehen größtenteils positive Bilanz. „Eigentlich läuft es bei uns prima“, berichtet Joachim Busch. Der Schulleiter des Gymnasiums Wülfrath verbucht positive Rückmeldungen, sowohl von der Eltern- als auch von der Schülerschaft. „Eigentlich sind schweigende Eltern immer ein positives Signal, aber jetzt bekommen wir sogar Mails und Anrufe, dass alles gut funktioniert. Ich bin begeistert“, so Busch weiter. Die Schüler sowie Lehrer arbeiten größtenteils mit den Office-Programmen, nutzen für Konferenzen die Office-Teams-Möglichkeit. „So lassen sich problemlos Videokonferenzen initiierten“, erklärt der Schulleiter, der die meisten seiner Kollegen im Homeoffice sitzen hat. „Nur so lässt sich aktuell gewährleisten, dass die Internetverbindung funktioniert. Aber ab kommender Woche soll auch die Leistung vor Ort gesteigert werden.“

Auch Jochen Becker von der Schule am Berg zieht positive Bilanz. „Bei uns lief der Start recht gut“, berichtet er. Vor den Ferien wurde noch mit einer externen Schul-Cloud gearbeitet, seitdem Wechsel zum Programm MS Teams sind alle vorherigen, technischen Probleme nahezu ausgemerzt. „Jede Klasse ist umgestiegen und wir arbeiten dem Regelunterricht entsprechend. Das bedeutet, dass die Schüler dem ganz normalen Stundenplan folgen“, erklärt Becker. Leider arbeiten noch immer viele Schüler mit ihrem Handy, weil die technischen Endgeräte fehlen. „Wir hoffen, dass diese zeitnah geliefert werden. Mit dem Handy ist es schwer, dem Unterricht zu folgen und gleichzeitig Dokumente runterzuladen“, so Becker, der sich trotzdem sicher ist, dass ein Großteil des Lerninhalts vermittelt werden kann. „Natürlich können wir nicht zu 100 Prozent den Verlust auffangen, aber wir haben durch den Distanzunterricht eine gute Möglichkeit gefunden, den meisten Lernstoff zu kompensieren.“

„Natürlich ist nicht jedes
Kind auf dem gleichen Stand“

Bei den Grundschulen sieht es ähnlich positiv aus. „Bei uns läuft es, wie beim ersten Lockdown. Die Schüler holen sich ihre Materialien in der Schule ab und arbeiten dieses Zuhause durch. Das funktioniert eigentlich ganz gut“, erklärt Undine Solbach, Rektorin der Grundschule Ellenbeek. Von 175 Schülern nutzen derzeit 13 Kinder die Notbetreuung an unterschiedlichen Tagen. Dass mit dieser Methode viel Unterrichtsinhalt verloren geht, das glaubt Undine Solbach nicht. „Natürlich ist nicht jedes Kind auf dem gleichen Stand, aber das ist auch im normalen Unterricht so. Unsere Förderschüler bekommen zudem eine regelmäßige Sonderförderung in der Schule.“

In der Parkschule wurden in der ersten Woche 70 von insgesamt 280 Kindern notbetreut. „Mit so vielen Kindern haben wir nicht gerechnet“, gibt Jessica Bredlich von der Schulleitung wieder. Und doch funktioniert das Lernen auf Distanz auch an Wülfraths zentral gelegener Grundschule sehr gut. „Wir arbeiten sowohl mit Lernmaterialien, die sich die Kinder abholen, als auch mit Online-Angeboten“, so Jessica Bredlich, die sich sicher ist, dass somit der Lernstoff gut bei den Kindern ankommt und Defizite aufgefangen werden können.

An der Grundschule Lindenstraße sind es derzeit 26 Kinder, die in der Notbetreuung angemeldet sind. „Tendenz steigend“, ist sich Schulleiterin Birgit Haske sicher. „Die Abfrage für die kommende Woche läuft aber noch.“ Die Kinder werden, verteilt auf vier Jahrgänge, größtenteils von den Fachlehrern und Sozialpädagogen betreut. Ein anderer Unterricht als zu Hause findet also nicht statt. „Wir arbeiten mit einer digitalen Pinnwand, auf der die Aufgaben der einzelnen Fächer aufgeführt sind. Zudem sind Links für Lernvideos enthalten“, so Birgit Haske, die den Großteil ihrer Kollegen im Homeoffice sitzen hat. „Es findet ein guter Austausch zwischen Lehrern und Schüler statt“, verrät die Schulleiterin. Dass für eine bestimmte Zeit diese Distanz-Variante machbar ist, dessen ist sich Birgit Haske sicher. „Auf lange Sicht gesehen ist der Unterricht mit direkten Kontakt zwischen Lehrern und Schülern aber was deutlich anderes.“

Das sieht auch Robert Freitag von der Freien Aktiven Schule so. „Wir hatten einen guten Start in den Distanz Unterricht. Allerdings empfinde ich Distanzunterricht per se nicht gut, sondern als notwendiges Übel.“ Technische Probleme gab es an der FASW ebenfalls nicht. „Die Ausleihe von Laptops, die aus dem Sofortausstattungsprogramm des Landes finanziert wurden, hat gut geklappt, sodass inzwischen alle arbeitsfähig sind. Auch wurden unsere Lehrkräfte bereits im Dezember mit eigenen Laptops ausgestattet, die ebenfalls aus den Mitteln des Sofortprogramm des Landes beschafft wurden, sodass auch auf Seiten der Pädagogen eine durchgehende Arbeitsfähigkeit gegeben ist“, so Robert Freitag. Im Grundschulbereich befinden sich derzeit 40 Kinder in der Notbetreuung, bei den Klassenstufen fünf und sechs sind es rund 45 Prozent der Schüler.

Der Distanzunterricht an den Schulen in NRW ist zunächst bis zum 31. Januar terminiert. Ob es zu einer Ausweitung kommen wird, steht derzeit noch nicht fest.