Schuldebatte in Velbert ist bereits eröffnet

Grüne und Bürgerinitiative fordern eine zweite städtische Gesamtschule. SPD will einen Grundsatzbeschluss des Rates in der kommenden Woche.

Velbert. „Der neue Rat soll sich gleich nach der Wahl mit der Neuordnung der Velberter Schullandschaft befassen“, fordert Gerno Böll-Schlereth, SPD-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat seiner Partei. Einen entsprechenden Beschluss soll der Rat der Stadt aber bereits am kommenden Dienstag, 8. April, in öffentlicher Sitzung (ab 17 Uhr im Rathaus) fassen.

Schuldebatte in Velbert ist bereits eröffnet
Foto: Simone Bahrmann

Neben der SPD heben auch die Grünen das Thema auf die Tagesordnung. Sie fordern die Einrichtung einer zweiten kommunalen Gesamtschule. Eine Festlegung auf eine Schulform trifft die SPD in ihrem Antrag nicht. „Die Verwaltung wird beauftragt, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Beschluss des neuen Rates zur Gründung einer neuen weiterführenden Schule des längeren gemeinsamen Lernens für das Schuljahr 2015/2016 direkt umgesetzt werden kann“, schlagen die Genossen vor.

Für Böll-Schlereth steht fest, „dass eine kooperative Sekundarschule, wie sie jetzt gescheitert ist, für uns nicht infrage kommt“. Zur Diskussion stehen demnach eine weitere Gesamtschule oder eine integrative Sekundarschule, an der nur in bestimmten Fächern Schüler ab Klasse 7 nach Leistungsstärke unterrichtet werden. „Im Moment könnte das der Favorit der SPD sein“, interpretiert Böll-Schlereth die Stimmung in der Partei. „Sicher ist aber, dass wir die neue Schule in Neviges und Tönisheide sehen“, sagt er. Dann würde die Kölver-Realschule ab 2015 auslaufen.

Mit einem Appell wendet sich die Initiative „Zweite Gesamtschule für Velbert“ an den Rat. „Im diesjährigen Anmeldeverfahren ist der entsprechende Elternwille erneut überdeutlich klar geworden“, sagt Sprecherin Kristina Meyer und verweist auf die hohe Zahl an Ablehnungen, die die Gesamtschule aussprechen musste. Dieser Wille müsse respektiert werden: „Der Rat muss den Weg zu einer weiteren Gesamtschule freimachen.“