Neviges : Schönes Fleckchen am Bach entsteht

Die Sanierung rund um den Weinberg und Blücherstraße hat begonnen. Die Arbeiten in der Baugrube sind bereits im Gange.

. Seit einigen Wochen klafft an der Blücherstraße eine tiefe Baugrube. An der einmündenden Roonstraße ist neben dem evangelischen Gemeindehaus ein zeitweiliges Halteverbot angeordnet. Inzwischen nimmt die Bodenplatte Gestalt an, hier entsteht ein Mehrfamilienhaus. „Das war schon lange geplant, jetzt kann es umgesetzt werden“, sagt Christoph Kraemer. Der Neubau steht im Zusammenhang mit der Sanierung des benachbarten Ensembles Weinberg/Blücherstraße.

Teils marodes Gebäude von einer Nachlassverwaltung erworben

Vor gut zwölf Jahren hatte der Installateur- und Heizungsbaumeister die Gebäude von einer Nachlassverwaltung erworben, weil der Preis günstig war. Der Geschäftsführer einer traditionsreichen Langenberger Sanitär- und Heizungsbaufirma hatte von Anfang vor, die denkmalgeschützten Gebäude zu sanieren und den Rest abzureißen. „Das Haus über dem Bach ist sehr marode, es soll so schnell wie möglich abgerissen werden. Aber so ein Abbruch kostet eine Stange Geld“, so der Unternehmer, der erst Aufträge vergibt, wenn eine solide Finanzierung steht. Er freut sich darauf, wenn alles umgesetzt wird: „Wir schaffen ein schönes Fleckchen am Bach, das sieht super schön aus“, schwärmt der ­Bauherr.

Obwohl er noch nicht großartig die Werbetrommel gerührt hat, ist das Erdgeschoss für den jetzt begonnenen Neubau an der Blücherstraße schon verkauft. „Das Interesse ist riesig.“ Er führt die Nachfrage auf die günstige Lage zurück, nah am S-Bahnhof, nah an der Altstadt. „Die Leute wollen was Kleines in der Innenstadt haben“, bemerkt Kraemer. In einem nächsten Schritt werden die denkmalgeschützten Häuser Weinbergstraße 16 – das mit mit dem Durchgang – und Nummer 18 renoviert.

Das liegt direkt am Hardenberger Bach, der künftig keine größeren Probleme machen dürfte. Zum einen, weil das Haus keinen Keller hat, der volllaufen könnte, zum anderen weil die Hochwassergefahr gebannt zu sein scheint. Seit 1996 gab es keine Überschwemmungen mehr, weil es bei Erbslöh ein Hochwasserrückhaltebecken errichtet wurde.“

Während das Fachwerkhaus direkt an dem Bach mit seinen 80 Quadratmetern eine Wohneinheit hergibt, könnten in dem verschieferten Nachbargebäude zwei oder drei Wohnungen entstehen. „Das wird sich ergeben, wenn es komplett entkernt ist“, gab sich Christoph Kraemer im vergangenen Jahr gegenüber der Westdeutschen Zeitung teilweise abwartend. Die Bauten über den Bach müssen weg, statisch ist deren Zustand sehr bedenklich.

Der Eingriff in die historische Bausubstanz und die damit verbundenen Neubauten haben den Segen der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Velbert erhalten. „Das Werkstattgebäude über dem Bach ist abgängig“ musste der inzwischen pensionierte städtische Denkmalschützer Rainer Helfers einräumen. „Uns war es wichtig, dass sich die Neugestaltung an die verbleibenden Bauten anpassen, zum Beispiel mit der Höhe der Dächer.“ In die Umgestaltung des Weinbergs investiert Kraemer rund 3,5 Millionen Euro. Die Preise der Eigentumswohnungen sollen sich zwischen 2600 und 2700 Euro pro Quadratmeter bewegen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung