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Neviges: Schloss soll digitale Erlebnisse bieten

Neviges : Schloss soll digitale Erlebnisse bieten

Moderne Technik soll Einzug ins Herrenhaus halten. Die Mitglieder des Schlossfördervereins erhielten jetzt Infos aus ersten Hand.

. Die Erlebniswelt, die künftig den Besuchern im Herrenhaus von Schloss Hardenberg Erfahrungen zur Natur nahebringt, wird innovativ sein. „Das gibt es bisher nur in Ansätzen“, verkündete jetzt Linda Frenzel. Die Leiterin des Kultur- und Veranstaltungsbetriebs der Stadt Velbert (KVBV) ging bei der Jahresabschlussveranstaltung des Schlossfördervereins auf einige Details des vom Rat beschlossenen Konzeptes ein. Sie versuchte den analog sozialisierten Zuhörern die internetbasierten und mobilen Anwendungen, die unter dem Schlagwort „Neue Medien“ daherkommen, verständlich zu machen.

Schloss und Umgebung aus der Vogelperspektive entdecken

„Bei der ,Augmented Reality’ wird der Ort erweitert. Aus der Kulisse, wo man sich gerade befindet, kann man eine Reise an einen anderen Ort machen, der damit im Zusammenhang steht, ohne dass man sich dorthin begibt, erklärte Frenzel. Zum Beispiel erlebe man das Schloss und seine Umgebung aus der Vogelperspektive. „Für diese Anwendungen brauchen wir Fachkräfte, die sich mit digitalen Medien beschäftigen und sich mit Museen auskennen, um qualitativ hochwertige Räume zu schaffen“, berichtete sie. Der Deutsche Museumsbund sei daran interessiert. Dort würde man Fachleute treffen, die in solchen Erlebnisräumen tätig seien. „In jeden Raum, in den ich hineingehe, erlebe ich etwas, aber eben nur an diesem Ort. Das muss eine Alleinstellungsmerkmal sein, zu dem man mit der ganzen Familie hingeht, wo die Kinder den Großeltern die Technik erklären“, erläuterte Frenzel. Noch sei das alles noch ein bisschen Wunschkonzert, es werde daran gearbeitet, entsprechende Künstler zu bekommen. „Es geht darum, eine Erlebniswelt zu schaffen, die ein Magnet sein soll, der eine Schnittstelle zu den bestehenden Kulturangeboten im Kreis Mettmann schafft“, führte die KVBV-Vertreterin aus.

Die Zuhörer waren nicht alle begeistert: „Sie haben keine Ahnung von der Natur. Das wirkt wie Disneyland“, warf ein Zuhörer ein. Man solle mit den Kindern an den Bach gehen, damit würde man weit mehr erreichen. „Wir müssen gucken, wie man den Menschen die Natur nahebringt. Über so einen zentralen Punkt kann man das den Leuten schmackhaft machen“, entgegnete Linda Frenzel. Der ehemalige Bürgermeister Heinz Schemken bedauert immer noch, dass sich seinerzeit der Rat gegen die Teilnahme an der Euroga 2002 entschieden hatte.

Damit hätte die Böhm’sche Planung verwirklicht werden können, eine Verbindung zwischen Dom und Schloss herzustellen. Schemken vermisst die Geschichte der Hardenberger und die Darstellung anderer bedeutender historischer Ereignisse, wie die erste Bergische Synode nach der Reformation.

„In zwei Wehrtürmen soll die Geschichte dargestellt werden“, intervenierte Herwart Brill, der Vorsitzende des Schlossfördervereins. Linda Frenzel ist aufgeschlossen gegenüber Erfahrungsberichten und alten Fotos: „Wenn der Förderverein da Kapazitäten hat, wäre ich sehr dankbar.“ Herwart Brill war von den Plänen der KVBV-Chefin angetan: „Sie haben gezeigt, dass sie mit Begeisterung an die Sache gehen, und das hat Zukunft, weil gerade Jüngere angesprochen werden.“

Zuvor hatte der Vorsitzende das zu Ende gehenden Vereinsjahr mit seinen Veranstaltungen Revue passieren lassen: Die Jazzkonzerte kamen gut an, das Narzissenfest hingegen war weniger gefragt: „Bei Temperaturen um null Grad kamen nur wenige Besucher, parallel wurde in Tönisheide die Saison auf dem PanoramaRadweg eröffnet. Schließlich kamen alle im Ostflügel der Vorburg zusammen, es wurde dann noch eine ganz schöne Sache.“ Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme an dem Sommerprogramm der Kulturloewen mit dem Thema „Schmecken“. Und zauberhafte Klänge bescherten dem Nevigeser Publikum wieder einmal junge Musiker aus Minsk.