Sanierung der Mühle könnte Jahre dauern

Im Keller des Fachwerkgebäudes setzt der Schimmel den alten Holzbalken zu, die Decke muss zur Sicherheit abgestützt werden.

Neviges. Seit Wochen umgeben Bauzäune das Mühlengebäude am Hardenberger Schloss. „Das ist keine Sanierung, sondern reine Substanzerhaltung“, umschreibt Andreas Sauerwein die vorgenommen Maßnahmen, die noch nicht abgeschlossen sind. „Unsere Vorstellungen gehen in Richtung Gastronomie, aber das hängt vom Nutzungskonzept des Schlosses ab.“ Der Fachbereichsleiter Immobilienservice informierte sich jetzt mit der Architektin Carolin Driller und dem Techniker Marc Meyer über den Erfolg der ersten Arbeiten. „Da sind noch ein paar Käfer drin, aber die müssten mit einem Wärmeverfahren kaputt gehen“, so die Einschätzung der Fachfrau beim Blick auf die Balken im größten Raum der ehemaligen Mühle. Der Zustand des dicken Eichenträgers, auf dem die Last des oberen Stockwerks liegt, beeindruckt sie.

Sanierung der Mühle könnte Jahre dauern

Eine Etage tiefer im Keller sieht es nicht so gut aus: Schimmel hat sich breitgemacht. Er hat nicht nur das Holzwerk befallen und instabil gemacht, sogar die Spinnen sind mit einer weißen Schicht überzogen. „Zur Sicherung des ganzen Bauwerkes muss die Decke abgestützt werden. Das ist zwar nur provisorisch, aber so was kann Jahre dauern“, sagt Andreas Sauerwein. Da sich der schädliche Schimmel im Putz breitgemacht hat, muss dieser entfernt werden. „Da wird ein sogenannter Schwarzbereich eingerichtet. Dort wird in Vollschutzanzügen bei Unterdruck gearbeitet, da geht nichts unkontrolliert raus“, erklärt Marc Meyer und zeigt Stellen, wo dieses Verfahren in der Mühle bereits erfolgreich angewendet wurde. „Das Mauerwerk würde ich offenlassen und nicht wieder verputzen.“

Andreas Sauerwein ist von der Struktur der Steine begeistert und steigt über eine schmale Stiege nach oben, wo sich mal ein Lagerraum befand. Der Architektin fallen die unterschiedlichen Dachbalken auf. „Ein richtiger Flickenteppich. Solche Balken wurden seinerzeit von abgebrannten Häusern aus der ganzen Gegend zusammengetragen und wieder verwendet, soweit es möglich war. Damit ersparte man sich Zeit und Geld“, erklärt Carolin Driller.

In der Decke entdeckt sie die Umlenkrolle eines Flaschenzuges, mit dem die Mehlsäcke in den Lagerraum gezogen wurden. „Das sind alte Details, die unbedingt erhalten werden müssen.“ Andreas Sauerwein macht auf den Blick vom Außengelände in Richtung Schloss aufmerksam. Bis vor ein paar Jahren befand sich dort ein Bauerngarten.

Nun wuchern unter einem einsamen Apfelbaum Brombeerranken und meterhohe Brennnesseln. „Hier eine Gastronomie mit Terrasse mit Blick auf die Wehranlage — das wäre echt nett“, schwärmt der Immobilienchef und ist schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. „Das ist alles Zukunftsmusik. Aber es handelt sich um ein interessantes Gebäude, so wie der ganze Bereich interessant ist.“

Wegen der Erkrankung eines Mitarbeiters der ausführenden Firma wurden die Arbeiten zur Substanzerhaltung unterbrochen. „Sie werden aber bald zum Abschluss gebracht“, verspricht Driller.