Wülfrath : Safe in der Feuerwache geknackt

Tresor aufgebrochen, Kamera verschwunden, Gelder der Löschzüge 3 und 5 weg – der oder die Täter werden in den Reihen der Feuerwehr vermutet.

. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Wülfrath rumort es hinter den Kulissen. In einem internen Schreiben, das der WZ vorliegt, informiert der stellvertretende Leiter, Benjamin Hann, dass „der Safe, welcher sich im Getränkekeller befindet, gewaltsam aufgebrochen wurde.“ Da sowohl am Raum als solchem, als auch nirgendwo anders Einbruchspuren zu finden waren, sei davon auszugehen, dass der oder die Täter Mitglied der Feuerwehr sind oder waren. Die Durchführung der Tat müsse innerhalb der vergangenen drei oder vier Wochen gewesen sein. Insgesamt seien rund 1000 Euro gestohlen worden. „Hier wurde bei der Polizei Strafanzeige erstattet. Wir alle hoffen natürlich auf einen schnellen Fahndungserfolg“, so Benjamin Hann weiter. 

Zudem habe die Leitung der Jugendfeuerwehr Benjamin Hann in Kenntnis gesetzt, dass „die rund 800 Euro teure Kamera der Jugendfeuerwehr ebenfalls abhanden gekommen ist“. Aufgrund des coronabedingten Dienstausfalls könne leider nicht zurückverfolgt werden, wie lange diese Kamera bereits weg ist. Es sei aber davon auszugehen, dass diese schon seit mehreren Wochen verschwunden ist. Auch in diesem Fall sei selbstverständlich Strafanzeige bei der Polizei gestellt worden. Das ist aber noch nicht alles: „Zuletzt möchte ich auf die möglicherweise rumgehenden Gerüchte eingehen, dass aktuell Gelder der Löschgruppen 3 und 5 nicht aufzufinden sind. Auch dies entspricht bedauerlicherweise der Wahrheit.“ Derzeit sei davon auszugehen, dass die Gelder im Tresor des Wehrleiterbüros zwischengelagert wurden und dann abhanden gekommen sind. Derzeit versuche man herauszufinden, wie hiermit umzugehen sei. „Allerdings werde ich kurzfristig in Kontakt mit den beiden Löschgruppen treten und – nach juristischer Beratung –  dringend empfehlen, aus den Löschgruppen heraus Strafanzeige zu erstatten, da der Verdacht der Veruntreuung von Fremdgeldern im Raume steht“, kündigt Benjamin Hann an und appelliert: „Sollte jemand wider Erwarten wissen, wo sich die Kamera sowie die beiden Gruppenkassen befinden, würde ich mich über einen Hinweis freuen. Darüber hinaus ist die Polizei, insbesondere im Zusammenhang mit den beiden  bereits erstatteten Strafanzeigen, natürlich ebenfalls ansprechbar.“

Daniel Uebber, Sprecher der Kreispolizeibehörde, bestätigt den Vorfall. „Am Sonntagmorgen  stellte gegen 11.30 Uhr ein Wülfrather Feuerwehrmann fest, dass eine bislang unbekannte Person einen sich in der Wache an der Wilhelmstraße befindlichen Tresor gewaltsam aufgehebelt und daraus rund 800 bis 1000 Euro Bargeld entwendet hat. Anschließend alarmierte der Mann die Polizei, welche vor Ort Spuren sicherte und die Ermittlungen aufnahm. Derzeit kann nicht genauer eingegrenzt werden, wann der Tresor aufgebrochen wurde – als Tatzeitraum kommt der Zeitraum vom 25. Oktober bis 22. November  in Betracht, da der Tresor zuletzt am 25. Oktober intakt gesehen wurde“, teilte der Sprecher auf WZ-Anfrage mit. Und: „Die Polizei konnte weder an den Türen zur Wache, noch an der Tür zu dem Raum, in dem sich der Tresor befunden hatte, Einbruchspuren feststellen. Sämtliche Türen waren abgeschlossen. Zudem hatte der Täter offenbar den Netzstecker einer Überwachungskamera entfernt. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen eines besonders schweren Diebstahls aus Diensträumen eingeleitet.“

Bürgermeister Rainer Ritsche, der die Vorkommnisse als bedauerlich bezeichnete, erklärte, die Gelder stammten wohl aus der Bewirtschaftung der Kellerbar und seien kein städtisches Vermögen. Die Gelder hätten eher den Charakter von Vereinsvermögen. Bei der Kamera sei noch zu klären, ob diese vom Förderverein gespendet wurde oder von der Stadt finanziert worden ist. Rainer Ritsche habe das Rechnungsprüfungsamt informiert. „Als Konsequenz werde ich die aktuellen Regelungen prüfen lassen, wie private Geldbestände oder Wertgegenstände gelagert werden“, so der Bürgermeister abschließend.

Benjamin Hann bezeichnete die Vorkommnisse auf WZ-Anfrage als „interne Angelegenheit der Freiwilligen Feuerwehr“ und wollte darüber hinaus keine Stellung zum Thema beziehen.