Wülfrath Run auf die Frisöre hat begonnen

Wülfrath · . Seit Montag dürfen Frisörgeschäfte unter bestimmten Hygienevorschriften wieder öffnen. Eine Erleichterung, nicht nur für die Geschäftsinhaber, sondern auch für die Kunden. „Unser Kalender für die nächsten zwei Wochen ist voll“, erklärt Giuseppe Vena vom gleichnamigen Frisörgeschäft an der Wilhelmstraße.

 Yvonne Pougin und Steffi Ziske halten sich wie Chef Giovanni Cortese an die Hygienevorschriften und sind glücklich, dass ihre Kunden zurück sind.

Yvonne Pougin und Steffi Ziske halten sich wie Chef Giovanni Cortese an die Hygienevorschriften und sind glücklich, dass ihre Kunden zurück sind.

Foto: Tanja Bamme

Obwohl der Montag eigentlich als Ruhetag gilt, hat er diesmal anlässlich des erwarteten Ansturms geöffnet. „Wir werden bis in die Abendstunden arbeiten, um der Nachfrage gerecht zu werden.“ Jeden Frisörstuhl kann der Inhaber derzeit nicht belegen. Auch sollen in den nächsten Tagen noch Trennwände zwischen den Plätzen aufgestellt werden. „Wir sind im engen Austausch mit dem Ordnungsamt, die am Montagvormittag auch schon zweimal bei uns waren“, so der Inhaber.

Bei Giovanni Cortese und seinem Team sieht es ähnlich aus. Hängende Acrylglasscheiben lassen sich bereits zwischen den Arbeitsplätzen finden. „Das Telefon steht nicht still“, verrät Tochter Yvonne Pougin. Das Verständnis der Kunden ist groß. „Dass nicht jeder Anrufer sofort einen Termin bekommen kann, ist nachvollziehbar. Aber wir geben unser Bestes und sind auch außerhalb unserer eigentlichen Öffnungszeiten im Einsatz.“ Angst vor einer Ansteckung hat das Team um Chef Giovanni Cortese nicht. „Wir schützen uns mit Masken und halten uns an die Richtlinien. Das wird auch vom Ordnungsamt überprüft“, versichert Yvonne Pougin.

Vito Paciello genießt „die wunderbare Stimmung“

„Gerichte zum Mitnehmen laufen manierlich bis gut.“ So ist die Einordnung von Vito Paciello, Betreiber des gleichnamigen Eiscafés in der Fußgängerzone. Er genießt „die wunderbare Stimmung“. Die Leute seien sehr rücksichtsvoll, das habe er in 45 Jahren so beeindruckend noch nie erlebt, so Vito Paciello weiter. „Das Volk ist zusammengerückt.“ Er komme geschäftlich klar, weil er zusammen mit seinem Sohn Daniele und dessen Freundin Asia „wie früher“ zusammenarbeitet. Natürlich wartet er dringend darauf, wieder öffnen zu können. „Ich verpasse keine Nachricht. Hoffentlich geht es vor oder nach Pfingsten wieder los“, wünscht sich der Gastronom. Ein Opfer hat die Corona-Krise aber gekostet. „Das Eiscafé am Ware-Platz bleibt geschlossen. Wir haben es drei Jahre lang versucht, aber jetzt ist Schluss“, sagt Vito Paciello traurig.

Susanne Faupel, Betreiberin von „Naturkost besser leben“, spricht ebenfalls von „ganz guten Geschäften“. Gefragt sind vor allem Produkte, die die Abwehrkräfte verbessern. „Man spürt aber auch die Verunsicherung.“ Sie hat sehr viele Masken verkauft, die hier für fünf Euro zu haben sind. Kurz erschrocken war sie allerdings, als etwa 15 Kunden vor dem kleinen Geschäft standen, um Masken zu kaufen. Diese waren gerade noch unterwegs zum Geschäft. Der Erlös aus dem Maskenverkauf dient übrigens nicht dem Umsatz, sondern wird gespendet. Nutznießer waren bisher ein Altenheim, ein Kindergarten, ein Tierheim und die evangelische Kirche. Susanne Faupel hat einen Spuckschutz im Kassenbereich anbringen lassen. „Ich kann bei der Beratung nicht immer mit Maske sprechen, dann verstehen mich die Kunden nicht“, erklärt sie.

Die Gaststätte „Zum alten Rathaus“ bietet seit Freitag einen Abholservice an. Außer mittwochs können die Speisen von 12 bis 14 Uhr sowie zwischen 17 und 21 Uhr in Empfang genommen werden. „Die Wülfrather halten schön zu mir“, sagt Inhaberin Mona über die vergangenen drei Tage. Bis jetzt drohe keine Schließung, aber: „Hier geht es ums Überleben. Ich hatte sechs Wochen zu“, beschreibt sie ihre Lage. Mona will um ihr Restaurant kämpfen. „Wäre ich in Berlin, hätte ich zugemacht, aber nicht hier im schönen Wülfrath.“

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