Neviges : Rumänienhilfe Neviges geht weiter

Monika Schlinghoff erhält Unterstützung durch den Spediteur Christian Köppen, der Helfer und seinen Hof bereitstellt.

Im vergangenen Jahr musste Monika Schlinghoff die „Rumänienhilfe Oldenburg-Rastede, Zweigstelle Neviges“ aus gesundheitlichen Gründen einstellen. Nach einer Herzoperation stellten sich Komplikationen mit einem mehrmonatigen Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation ein. Hinzu kam, dass die rumänischen Sattelschlepper nur unter großen Schwierigkeiten das Lager an der Donnenberger Straße anfahren konnten. Außerdem fanden sich immer weniger Helfer. Monika Schlinghoff: „Da braucht man so locker 20 Leute, um die beiden Lkw zu beladen: zwei Leute auf der Ladefläche und zwei davor, dazu Einweiser, die den Andrang der Pkw regeln, mit denen die Spenden gebracht werden.“

Nun soll die Rumänienhilfe in diesem Jahr in bewährter Form fortgesetzt werden, allerdings nicht von Neviges aus, sondern von Velbert-Mitte. Unterstützung gibt es durch den Transportunternehmer Christian Köppen. „Meine Frau hatte im vergangenen Jahr wieder sechs Säcke mit Kleidung im Keller und war ganz enttäuscht, dass die Aktion nicht stattfand. Da habe ich gedacht, da rufst mal an.“ Köppen, dessen Lastwagen Baumaterialien befördern, hat an der Röttgenstraße 29 in Velbert (Parallelstraße zur Bahnhofstraße in Höhe des evangelischen Friedhofs) einen großen Firmenhof angemietet. „Da können die Lkw unter dem Dach einer offenen Halle stehen und trockenen Fußes beladen werden. Platz für die anliefernden Pkw ist auch da“, so Christian Köppen, der nicht gedacht hat, dass Monika Schlinghoff Schwierigkeiten hatte, Helfer zu finden.

„Die rumänischen Lastwagen werden wie gehabt von der Caritas bestellt, für die Helfer sorge ich. Da wären Mitglieder der CDU Velbert-Mitte mit der Jungen Union, Nachbarn aus der Siedlergemeinschaft Nedderheide sowie Freunde und Bekannte. Sollten alle Stricke reißen, könnte ich noch einige meiner 30 Mitarbeiter ansprechen.“ Die Aktion soll Anfang November starten: „Mir ist wichtig, dass das immer um den Martinstag herum passiert und der Gedanke des Teilens im Mittelpunkt steht. Vor allem die Kinder sollen lernen, dass es nicht allen so gut geht“, betont Monika Schlinghoff und verweist auf die Aktion „Kinder packen Päckchen für Kinder“, die erfolgreich an den Nevigeser Grundschulen und zwei Kindertagesstätten durchgeführt wird. „Ich bin richtig froh, dass es weiter geht“, räumt die Nevigeserin ein.

Die Transportkosten werden durch die Caritas übernommen, die eine große rumänische Spedition beauftragt, deren Lastwagen Fracht nach Westdeutschland bringen. Damit sie nicht leer zurückfahren, nehmen sie hier die Hilfsgüter auf. Um die Fahrer kümmert sich Monika Schlinghoff auch, bietet ihnen ein kleines touristisches Programm. „Das letzte Mal, als die hier waren, bin ich mit denen Schwebebahn gefahren, das fanden die ganz toll. An dem Tag ist die Stromschiene am Zoo runter gefallen, aber das hatte nichts mit uns zu tun.“

Versorgungsprobleme sind noch immer an der Tagesordnung

In Rumänien werden die Hilfsgüter immer noch gebraucht. „Es gibt echte Versorgungsprobleme“, sagt Monika Schlinghoff und betont, dass die Empfänger der Spenden ihre Bedürftigkeit nachweisen müssen. Vor einigen Jahren hatte sich die Nevigeserin in dem Empfängerort Satu Mare umgeschaut, einer Großstadt in der Nähe des Dreiländerecks Rumänien, Ungarn und Ukraine. „Die Lebensmittel kosten so viel wie bei uns, aber die Menschen verdienen deutlich weniger als bei uns“, so die Erfahrung von Monika Schlinghoff, die außerdem Korruption als ein weiteres großes Problem ausgemacht hat.