Rockmusik für den guten Zweck

Am Sonntag nach dem Gottesdienst tritt die Schülerband „Station T“ auf, um Spenden für die Tafel zu sammeln. Auch andere Aktionen der Konfirmanden sorgten für reichlich Spenden.

Tönisheide. Als Peter Böhme, ehrenamtlicher Standortleiter der Tafel, die Konfirmanden gefragt hatte, wie viel an Spenden sie sich aus der diesjährigen Aktion „Tu ’was Gutes, mach mehr draus“ erhoffen, schätzten die ihre Einnahmen auf knappe 500 Euro. Diese Marke dürften sie schon jetzt überschritten haben — dabei stehen noch Aktionen bevor.

Bereits im siebten Jahr läuft das Projekt zwischen Konfirmanden und der Tafel Niederberg. Jeder Konfi bekommt zehn Euro für Material und soll daraus mehr machen. Da wird Kuchen gebacken und bei verschiedenen Gelegenheiten verkauft. Andernorts gibt es Waffeln. Eine Konfirmandin hat sogar Leckerlis für Pferde gebacken und diese im Reitstall verkauft. Alle Einnahmen kommen dann der Tafel zugute.

Auch Julian hatte eine eigene Idee für seinen Spendeneinsatz. Vor zwei Wochen organisierte der 14-Jährige ein Wintergrillen für Nachbarn und Freunde. Würstchen und Steaks haben die Großeltern spendiert, das Deutsche Rote Kreuz, bei dem Julians Vater arbeitet, hat Sitzbänke und eine Heizung für draußen zur Verfügung gestellt. „Jeder hat dann in eine Spendenbox geworfen, was er dazugeben wollte“, sagt Julian. Insgesamt seien 255 Euro zusammengekommen. Eine größere Aktion, die noch bevorsteht, ist das Konzert der Velberter Schülerband „Station T“ am Sonntag in der evangelischen Kirche.

Adriana, Gitarristin von „Station T“

Die Band war schon mehrmals beim Schülerrock in Wuppertal dabei und hatte auch sonst schon kleinere Auftritte. Am Sonntag spielen sie ganze 45 Minuten — und das unplugged, also unverzerrt oder elektrisch verstärkt. Für die neunköpfige Band ist das neu. „Sonst spielen wir für unsere Bandkasse — dieses Mal eben für die gute Sache“, sagt Adriana, die in der Gruppe E-Gitarre spielt. Wie Adriana spielt auch Max seit Gründung in der neunköpfigen Band — das ist schon sechs Jahre her. Er ist gespannt, wie die Unplugged-Musik in der Kirche klingen wird.

Pfarrer Wolfhard Günther freut sich, dass das Projekt auch nach sieben Jahren noch so gut läuft. „Es ist schön, dass es sich nicht irgendwann totgelaufen hat“, sagt er. Das Engagement der Konfis erklären er und Böhme sich auch dadurch, dass jeder am Anfang der Konfirmandenzeit einmal einen Tag bei der Tafel aushelfen muss. „Da wissen sie einfach, wofür sie sich anstrengen“, sagt Böhme. Max und Adriana bestätigen das. Der Tag bei der Tafel habe Spaß gemacht. Trotzdem gab es auch beklemmende Momente. Max habe sich zum einen über die Mengen an Essen gewundert: „Das war alles noch richtig gut, dabei war es ja aussortiert.“

Max, Konfirmand, über seinen Tag bei der Tafel und deren Kunden

Zum anderen war er überrascht von den vielen Menschen, die das Angebot der Tafel in Anspruch nehmen müssen. „Den meisten würde man so auf der Straße gar nicht ansehen, dass sie das brauchen“, sagt der 14-Jährige.

Nun freuen sich alle auf das Konzert am Sonntag. Beginn ist nach dem Gottesdienst. Gespielt wird etwa 45 Minuten lang, die Band hat Coversongs aus Rock und Pop im Gepäck - und auch ein selbst geschriebenes Lied. Der Eintritt zum Konzert kostet fünf Euro. Wer möchte, dürfe aber natürlich mehr geben, fügt Böhme mit Augenzwinkern hinzu.