Rhythmus-Chor hofft auf Hilfe

Beim Frühlingsempfang stellte der Chor die frisch renovierten Räume des Erlebniszentrums sowie Pläne für die Zukunft vor.

Velbert. „Wenn wir auftreten, scheint die Sonne“, behauptet Manfred Hagling, der musikalische Leiter des Rhythmus-Chores Velbert-Neviges. Gestern hatte der weit über Neviges hinaus bekannte Chor keinen Auftritt, sondern zum Frühlingsempfang geladen. „Im Januar knubbelt es sich immer sehr, drum machen wir das seit einigen Jahren immer am ersten Sonntag nach Frühlingsanfang.“

Bei seinem Rückblick auf das vergangene Jahr erinnerte Hagling daran, dass im Jahr 2017 mit Riccardo Muti und Daniel Barenboim zwei große Dirigenten 75 Jahre wurden. „Und ich habe meinen Geburtstag da auch gut hingekriegt“, wie er bescheiden hinzufügte. Daneben wurde der Nevigeser für seine 50-jährige Dirigententätigkeit mit dem Ehrentaler der Stadt Velbert ausgezeichnet. „Darüber habe ich mich sehr drüber gefreut, der Ehrentaler hat natürlich einen Ehrenplatz bei mir zuhause bekommen.“

Daneben erinnerte er an einen Anruf kurz vor dem Adventskonzert: „Eine sehr freundliche Dame von der Apostolischen Nuntiatur in Berlin meldete sich und kündigte eine einmalige Ausnahme an, nämlich ein Grußwort des Nuntius, in dem Papst Franziskus den Wunsch äußerte, der Chor möge noch 40 weitere Konzerte zum ersten Advent veranstalten. „Wenn der Papst bittet, dann ist das ein Auftrag. Ich haben allen Sängern gesagt, sich sollen sich in den nächsten 40 Jahren den ersten Advent in ihren Kalender entsprechend vermerken.“

Doch hinter dem Rhythmus-Chor verbirgt sich viel mehr als der vorweihnachtliche Auftakt im Mariendom: So sind ein Flötenkreis und eine Tanzformation im Aufbau, ein Dudelsackspieler wurde Mitglied. „Die Chorschule mit dem Liedergarten verfolgt höchste Ansprüche, da stehen wir unter der Aufsicht des Chorverbandes, und können deshalb mit Anna Rau eine ausgebildete Liedergarten-Lehrerin vorweisen. Unsere Aufgaben werden immer umfangreicher. Darum haben wir uns gefreut, dass wir im vergangenen Jahr einen Mietvertrag unterschreiben konnten, so dass wir die ganze untere Etage nutzen können“, so der Chorleiter, der die Gäste gerne herumführte. „Die Räume waren in einem katastrophalen Zustand, die städtische Deponie ist aufgeräumter“, merkte er an.

Viele ehrenamtliche Kräfte haben in den Herbstferien unter der Anleitung eines Malermeisters angepackt, insgesamt sind 425 Arbeitsstunden angefallen. „Wenn man einen Stundenlohn von 55 Euro ansetzt, dann haben wir der Stadt 23 375 Euro erspart“, rechnete Hagling vor, der dabei die 2000 Euro Materialkosten noch gar nicht berücksichtigt hatte. „Die Tönisheider Straße 51 ist das Musikalische Erlebniszentrum, vom Kindergarten spricht kein Mensch, wir hegen und pflegen das Haus.“

Damit die Stadt den gesetzlichen Auftrag nach Betreuungsplätzen erfüllen kann, sollen zwei weitere Gruppen in der AWO-Kindertagesstätte „Morgenland“ eingerichtet werden. „Im Obergeschoss ist dafür genug Platz“, sagt Manfred Hagling, der hofft, dass die Stadt den Chor mit seiner Kinder-und Jugendarbeit auch weiterhin unterstützt.