Wülfrath: Regionalplanänderung mehrheitlich befürwortet

Wülfrath : Regionalplanänderung mehrheitlich befürwortet

Im AWS lehnen nur Grüne und Linke ab. Die anderen Parteien wollen die Chance nutzen.

. Die erste Änderung des Regionalplanes inklusive möglicher Wohnbebauung in Düssel-West, In den Eschen und am Flehenberg (die WZ berichtete) ist von den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (AWS) gegen die Stimmen von den Grünen und der Linken abgesegnet worden. Die anderen Parteien wollen „die Chance nutzen“.

Düsselerin Anika Gupta appelliert an die Ausschussmitglieder

Zuvor hatte die Düsselerin Anika Gupta vergeblich an die Ausschussmitglieder appelliert, die Pläne abzulehnen. Die Verdoppelung von Düssel sei Raubbau an der Natur und Flächenfraß. „Wir sind für Wachstum, aber dort, wo Lücken sind, etwa am Düsseler Tor oder neben Lidl“, so ihr Plädoyer. Zwei Mädchen verteilten kleine Birnen an die Ausschussmitglieder, die aus dem Bereich stammen sollen, an dem möglicherweise gebaut werden könnte. Darüber hinaus ergriffen beide das Wort, um vor den Plänen zu warnen. Unter anderem forderten sie, mehr Geld in die Ausstattung von Schulen zu investieren, statt in dieses Bauvorhaben.

Ausschussvorsitzender Axel C. Welp (SPD) sprach mit Blick auf den Titel „Wohnen am Rhein“ von einer irreführenden Bezeichnung. „Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat“, sagte der Sozialdemokrat. Dennoch sprach er sich dafür aus, „diese Chance zu nutzen“. Mit Blick auf Anika Gupta fügte er hinzu: „Es sei denn, sie finden Zuhause einen Feldhamster, den sie dort aussetzen können. Dann müsste die Begutachtung neu bewertet werden.“

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Axel Effert, wies die Mädchen aus Düssel darauf hin, dass „höchstwahrscheinlich niemand, der jetzt im Rat sitzt, tatsächlich über konkrete Baumaßnahmen in Düssel-West entscheiden wird. „Das werdet ihr entscheiden. Wir ermöglichen euch die Chance dazu.“

Stephan Mrstik, Fraktionsvorsitzender der Grünen, warnte: „Wenn dort gebaut wird, zahlen wir einen sehr hohen Preis.“ Er kritisierte eine weitere Versiegelung von Flächen. Dies nutzte André Herbes von der Wülfrather Gruppe für die Bemerkung, dass er vor 30 Jahren als Kind genau dort gespielt habe, wo jetzt das Haus von Stephan Mrstick steht. Carsten Klein von der Linken begründete die Ablehnung seiner Partei damit, dass Wülfrath aktuell keine Neubaugebiete brauche und man später immer noch anders entscheiden könnte, falls sich die Lage ändert.

Die Bürgerinitiative Düssel-West hatte angekündigt, bis Ende September Unterschriften gegen die erste Änderung des Regionalplanes zu sammeln. Bisher gibt es mehr als 300 Unterschriften.

Mehr von Westdeutsche Zeitung