Wülfrath : Droht am Krapps Teich erneut Rattenplage?

Die Nager werden wieder am helllichten Tag gesichtet. Die Verwaltung intensiviert die Jagd auf die unerwünschten Tiere.

Ein Wülfrather (Name der Redaktion bekannt) hat sie vor zwei Tagen am Krapps Teich am helllichten Tage fotografiert und der WZ die Frage gestellt, ob es erneut eine Rattenplage gibt. Er hatte sich schon Ende September gewundert, warum im Bereich Tannenbergstraße und Umgebung viele Kanaldeckel markiert worden waren. Die Antwort von Ordnungsamtsleiter Sebastian Schorn auf Anfrage: „Die Kanaldeckel mit gelben Punkten sind nochmals aktuell belegt worden.“ Kein Wort davon, dass es unvorhergesehene Probleme gibt.

Zur Erinnerung: Im Sommer vergangenen Jahres hatte sich ein Anwohner des Krapps Teichs sogar an Bürgermeisterin Claudia Panke gewandt und seinem Ärger über die damals ausufernde Rattenplage Luft zu machen. Er hatte eines Nachmittags ein Video vom Taubenhaus am Krapps Teich gedreht, auf dem festgehalten war, wie viele der Nager dort nach Futter suchten. Der Anwohner hatte das Video in sozialen Netzwerken veröffentlicht und eine große Resonanz erfahren. Er sprach damals von rund 30 Tieren, die er dort angetroffen habe. Von seinem Hund seien die Tiere nicht besonders beeindruckt gewesen, viele flohen nicht. Für ihn ein Hauptgrund der starken Vermehrung der Population: Das wahllose Füttern von Enten und Tauben mit Essensresten.

Das Taubenfüttern ist weiterhin strengstens verboten

Dies ist längst strengstens verboten. Ein Schild vor dem Taubenhaus weist ausdrücklich darauf hin und das Ordnungsamt hatte im vergangenen Oktober nach einer „Schonfrist“ im September angekündigt, bei Zuwiderhandlungen keine Verwarnungen mehr auszusprechen, sondern Geldstrafen in Höhe von 20 Euro zu verhängen. Dies war aber nicht geschehen, weil niemand mehr dort in flagranti angetroffen wurde.

Eine Rattenplage wie im Vorjahr gibt es offenbar aktuell nicht, aber es ist ebenso nicht zu leugnen, dass wieder Ratten in diesem Bereich gesichtet werden. Ordnungsamtsleiter Sebastian Schorn hat gestern auf Anfrage erklärt, dass seinem Amt entsprechende Hinweise vorlägen. Er habe jüngst mit dem Schädlingsbekämpfer das weitere Vorgehen besprochen. „Ab heute wird rund um den Krapps Teich jede Kanalleitung beködert“, so Sebastian Schorn. Das sei eine besonders hohe Frequenz, normaler Weise geschehe dies bei jeder zweiten. Auch werde man die Köder alle drei bis vier Tage erneuern, ebenfalls öfter als üblich. „Wir wollen für die Ratten keine überirdischen Fallen anlegen, weil sonst andere Tiere in Mitleidenschaft gezogen werden könnten“, erklärt der Ordnungsamtsleiter. Die Wahrscheinlichkeit, „Nicht-Ziel-Tiere“ zu treffen, sei bei der Kanalbelegung weitaus geringer.

Was Sebastian Schorn auch in diesen Tagen umtreibt, sind Hinweise, dass immer noch gefüttert wird, allerdings zu nachtschlafender Zeit. „Ich habe die Info, das geschehe manchmal um vier Uhr morgens“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Nachsatz: „So früh fangen wir im Regelfall nicht an.“ Sebastian Schorn ließ aber offen, ob dies nicht irgendwann doch geschehen könnte. Die fütternden Personen sollen sich nicht zu sicher fühlen. Er appelliert ebenso an die Bürger, sich entsprechend zu verhalten, um die Ratten nicht noch künstlich zu vermehren: „Die Bürger sollten am Krapps Teich keine Lebensmittel in die Mülleimer werfen – und schon gar nicht daneben.“

Ende vergangenen Jahres hatte das Ordnungsamt mitgeteilt, dass 95 Prozent der Erstbelegungen abgeschlossen seien. Auch die zweiten und dritten Belegungen, die als notwendig erachtet wurden, seien zu diesem Zeitpunkt erledigt gewesen. Insgesamt habe man rund 2000 Kanalschächte mit Giftködern versehen. Wie viele es nun sind, konnte Sebastian Schorn nicht sagen.