Ratingen: Ein Stück spanische Heimat

Ratingen: Ein Stück spanische Heimat

Das Spanische Kulturzentrum, das Centro Cultural Español, feiert sein 45-jähriges Bestehen.

Ratingen. Wenn man einmal im Saal drin ist, kommt man fast nicht mehr raus: Rocio Stoppem hat ihre Mühe mit den Begrüßungen ihrer vielen Bekannten im Spanischen Zentrum. Über 120 Mitglieder und Besucher füllen den großen Saal des Vereinsheims, hören der Musikgruppe Carretera y Manta zu, stoßen mit Sekt und Orangensaft an.

Am Samstag feierte das Centro Cultural Español Ratingen, das Spanische Kulturzentrum, sein 45-jähriges Bestehen. Etwas geschrumpft ist die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren allerdings. José Vazquez erinnert sich, dass 2005 noch mehr als doppelt so viele Gäste in dem Raum mit den Wänden voller Fußballtrophäen und Erinnerungsbilder mitgefeiert haben: "Da waren noch viel mehr Spanier hier", sagt der engagierte Ratinger.

Vorsitzender Agustin Garcia: "Wir waren wie eine Familie." Inzwischen würden die Jüngsten wenig Interesse für den Kulturverein aufbringen. "Es liegt wohl daran, dass sie wenig Zeit haben. Die meisten der rund 100 Mitglieder sind über 60 Jahre alt", stellt der 49-Jährige fest.

Als Zukunft des Vereins sieht Garcia die Kinder. So tanzen acht Mädchen unter der Anleitung von Rocio Stoppem Flamenco: "Las Salaitas" heißt die kleine Gruppe, die in weißen Trikos und bunten Verzierungen bei Vereinsfesten und Präsentationen ihre Auftritte hat. "Wir proben wöchentlich, vor Auftritten zweimal pro Woche", erklärt die Trainerin, die außerdem die Vereins-Drucksachen ins Deutsche übersetzt.

Als Höhepunkt im Vereinsleben ist Josefa Lopez die Einweihung der renovierten, neuen Räume am Stadionweg im Jahr 2003 in Erinnerung geblieben: "Das hat lange gedauert." Fertig ist der Raum laut Garcia immer noch nicht ganz: "Uns fehlen Lampen", erklärt der Vorsitzende. Die seien teuer.

Vereinsfrau Lopez ist seit mehr als 30 Jahren im Verein, war schon in verschiedenen Vorstandsposten aktiv. Besonders freut sie sich über die lange Zusammenarbeit mit dem früheren städtischen Integrationsbeauftragen, Franz Naber. "Vor 30 Jahren war es sehr voll", erinnert sie sich. Inzwischen seien viele Rentner nach Spanien zurückgekehrt. Trotzdem gibt es jede Woche ein Programm mit Kartenspielen und Domino, außerdem eine Betreuung für Schulkinder.

Zur Feier des Jubiläums wartet das Buffet. Unter der Regie von Rosario Serrano ist es entstanden: Schweinefilet und Hähnchen in Sauce, dazu Wurstteller und Salate. "Der Verein ist für mich ein Stück Heimat", schwärmt José Vazuez. "Die Atmosphäre ist immer wieder schön." Eine Ansicht, die Maria Zeller, eine deutsche Besucherin, teilt: "Ich fühle mich hier wie in Spanien."

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