Ratingen: Christian Wiglow jetzt auch Spitzenkandidat der Grünen

Ratingen: Christian Wiglow jetzt auch Spitzenkandidat der Grünen

Mitglieder stimmten mit klarer Mehrheit für den SPD-Fraktionschef. CDU-Kandidat Santelmann hofft auf Hilfe der FDP.

Ratingen. Wie Quartettspielen: Birkenkamp, Santelmann, Wiglow und Evers - diese vier Kandidaten von Bürger Union, CDU, SPD und Ratinger Linke machen im nächsten Jahr unter sich aus, wer als Bürgermeister ins Rathaus einziehen wird. Mehr werden es nicht mehr - die FDP und die Grünen schicken keine eigenen Leute ins Rennen.

Die Grünen haben sich auf ihrer Mitgliederversammlung in dieser Woche gegen einen eigenen Kandidaten entschieden. Eine überragende Mehrheit sprach sich vielmehr dafür aus, Christian Wiglow zu unterstützen. "Das ist nicht nur eine Empfehlung, sondern Christian Wiglow ist der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen", sagte die neu gewählte Ortsverbandsvorsitzende Mareike Grigo. Im Vorfeld hatten die Grünen auch mit der CDU Gespräche geführt und dabei "mehr Parallelen gefunden als vorher gedacht". Dennoch läge die SPD inhaltlich den Grünen näher.

Auf diese Unterstützung hatte Wiglow insgeheim gehofft. "Fest rechnen kann man mit so etwas nie. Wir haben uns natürlich inhaltlich ausgetauscht." Gab es irgendwelche Zugeständnisse? "Das wäre zu weit gegriffen, wir haben aber von den Themen her sehr viele Schnittmengen", sagte Wiglow. Als gemeinsamer Kandidat von SPD und Grünen sind Wiglows Chancen deutlich gestiegen. Bei der Kommunalwahl 2004 erzielten SPD und Grüne zusammen fast 33 Prozent der Stimmen, die CDU als stärkste Fraktion kam auf 34,7 Prozent.

Auf eine solche Unterstützung hofft natürlich auch der CDU-Kandidat Stephan Santelmann. In Aussicht gestellt wurde sie ihm vom FDP-Stadtverbandsvorsitzenden Roland Liebermann, der auf der Mitgliederversammlung Ende Oktober sowohl eine eigene Kandidatur als auch eine Unterstützung der Bürger Union ausgeschlossen hatte.

Mit den Stimmen der Liberalen hätte Santelmann einen deutlichen Chancenzuwachs. Vorausgesetzt, seine Partei kommt unbeschadet aus der Parteiversammlung am nächsten Dienstag hervor. Dann steht nämlich die endgültige Nominierung der Ratskandidaten auf dem Programm und die hat bereits im Vorfeld in den Ortsvereinen mehrfach für dicke Luft und tiefe Verstimmung gesorgt. Vor allem das Ansinnen der Parteispitzen, in Ungnade gefallene Parteigänger mit Gegenkandidaten auszubooten, ist vielen übel aufgestoßen.

In West wurde der altgediente Parteisoldat Dieter-Josef Rubner, der mit Fraktionschef Ewald Vielhaus über Kreuz liegt, rausgewählt. In Lintorf hat es nicht funktioniert, da konnte sich die alte Garde durchsetzen. Ob ihr das am Dienstag wieder gelingen wird, ist angesichts anderer Mehrheitsverhältnisse fraglich. In der Partei wurden auch schon Stimmen laut, die über eigene Wege nachdenken. Im Klartext: Falls die tiefen Gräben am Dienstag nicht zugeschüttet werden können, droht der CDU eine Spaltung.

Davon würde dann letztlich Harald Birkenkamp profitieren, der für die Bürger Union als Spitzenkandidat mit Amtsbonus antritt.

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