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Rat der Stadt Wülfrath beschließt Alkoholverbot im Zentrum

Wülfrath : Rat hat Alkoholverbot im Zentrum beschlossen

Im Bereich der Bushaltestellen Wülfrath Stadtmitte, Am Diek und an der Goethestraße darf bald nicht mehr getrunken werden.

„Wir wissen, dass wir mit dem Antrag das Problem nicht lösen, sondern verdrängen.“ Axel Effert, Fraktionsvorsitzender der CDU, spricht bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates im großen Saal des Rathauses das Thema Alkoholverbot im Zentrum an. Die CDU will erreichen, dass der Konsum von Alkohol im Bereich der Bushaltestellen Wülfrath Stadtmitte Am Diek (Haltepunkt 1 und 2) sowie an der Goethestraße (Haltepunkt 3 und 4) verboten wird. Beginn und Ende der Alkoholverbotszone sollen ausgeschildert werden. Sowohl bei Verwaltung als auch bei Politikern gebe es einige Hinweise, dass sich Bürger nicht trauen, dort ein- oder auszusteigen. Dieser Verwaltungsvorschlag trifft zwar auf breite Zustimmung im Gremium, löst aber dennoch eine kontroverse Diskussion aus.
Manfred Hoffmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, fragt, warum ein Alkoholverbot nicht auf alle Haltestellen im Innenstadtbereich ausgeweitet werden kann und nicht nur auf diese beiden. Dagegen meldet Ilona Küchler, Fraktionsvorsitzende der Linken, Zweifel an, wie dieses Verbot kontrolliert werden kann. „Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind ausgelastet. Wir brauchen mehr Personal“, sagt sie. Ordnungsamtsleiter Sebastian Schorn versichert, diese Aufgabe könne übernommen werden, wenn zum Beispiel Mitarbeiter des KOD den Bereich an der Wasserwelt kontrollieren. „Sie müssen dann nur nach unten gehen.“ Gegen mehr Personal hat er freilich nichts. Kämmerer Rainer Ritsche spricht von einem „ersten Schritt“.

Wülfrather Gruppe beantragte Alkoholverbot vor exakt elf Jahren

Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der Wülfrather Gruppe (WG), verweist auf einen der ersten Anträge der WG, „der auf den Tag genau elf Jahre her ist: Alkoholverbot am Heumarkt und Am Diek. Manchmal muss man dicke Bretter bohren“, so sein Kommentar. Er betont, die Stadt Wülfrath habe das Recht, so zu entscheiden und verweist auf den ehemaligen Jugendamtsleiter Hans-Werner van Hueth. Wolfgang Peetz zitiert dessen Forderung: „Kein Alkohol in Bereichen, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten.“

„Wir werden das Problem nicht lösen“, meint auch der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Stephan Mrstik. Alkoholismus sei ein gesellschaftliches Problem. „Diese Menschen gehören zu uns und es stehen auch Schicksale dahinter, das dürfen wir nicht vergessen“, mahnt er an, sich der betroffenen Personen anzunehmen. Dieser Meinung schließt sich Ilona Küchler an. Sie ist zudem von der vorgesehenen Beschilderung nicht überzeugt. Die Personen würden zwei Meter neben den Verbotsschildern auf die Stadt trinken. Man müsse das Problem umfassend betrachten, statt nur ein Verbot auszusprechen.

Nicht einig sind sich die Ratsmitglieder, ob sich eher junge oder ältere Menschen neben dem Kiosk aufhalten.

Der Verwaltungsvorschlag, das Alkoholverbot in diesem Bereich einzuführen, wird schließlich gegen die beiden Stimmen der Linken mit großer Mehrheit beschlossen.