Velbert : Piratengold-Suche vor dem Schloss

Beim großen Kinderfest wurde zum ersten Mal ein Bühnenprogramm geboten.

„Wir haben schnell noch für Nachschub gesorgt, weil schon bald klar wurde, dass sechs Kilo Teig nicht ausreichen werden“, sagt Tina Jungkeit und wickelt sorgfältig Stockbrotteig um die Spitze eines Holzstabes. Ganz nach dem Pfadfinder-Motto „Allzeit bereit“ stellten sich die Royal Rangers der Christusgemeinde an der Bahnhofstraße auf den Ansturm beim traditionellen Kinderfest am Schloss Hardenberg ein und vermengten weiteres Mehl mit Wasser, Salz und Hefe zu der beliebten Backmasse, die über dem Lagerfeuer gegart wird. Das Feuer hatten die Velberter Pfadfinder am Abend zuvor entzündet und die Nachtwache übernommen, weil viele Stände bereits aufgebaut waren.

Nachdem pünktlich zur Mittagszeit die Sonne schien, kamen immer mehr Familien in den Schlosspark. „Der Zuspruch war in diesem Jahr sehr gut“, freut sich Anika Thanscheidt, die Vorsitzende des veranstaltenden Stadtjugendrings, der zum ersten Mal ein Bühnenprogramm bot. Die Kinder- und Jugendtanzgarde der Karnevalsgesellschaft Große Velberter trat auf, die Sing- und Chorschule des Rhythmuschores Neviges, die Kindergottesdienstband des CVJM Nierenhof machte ebenfalls Musik. Die jungen Sportler des Velberter Boxclubs zeigten, das Boxen mehr als nur draufhauen ist. Die 14-jährige Helin stellte ihre Sangeskünste vor, mit „Little J.“ kam der jüngste Rapper Deutschlands auf die Bühne. Anika Thanscheidt kündigte „Little J.“ als echten TV-Star an, der erfolgreich beim Supertalent performte und stolz seinen Stern trug. Zwischendurch wurde die Bühne zur Kinderdisco, wo der „Ententanz“ oder der „Flieger“ für viel Spaß sorgten. Rund 1000 Spielkarten zum Preis von je drei Euro wurden ausgegeben.

„Wir machen das alles zum Selbstkostenpreis, aber Bungeetrampolin und andere Spielgeräte kosten nun mal Geld“, so Anika Thanscheidt. „In diesem Jahr hat der Stadtjugendring seine neue Hüpfburg zum ersten Mal aufgebaut, die alte hatte nach mehr als 20 Jahren ausgedient.“

Vor einigen besonders beliebten Spielangeboten bildeten sich lange Schlangen. „Für manche Kinder ist es nicht schlimm, wenn sie sich in Geduld üben müssen“, lacht die angehende Lehrerin. Vor der Schokokuss-Wurfmaschine der Pfarrjugend Sankt Marien musste man sich auch anstellen. David Högele blieb kaum Zeit zum Verschnaufen, immer wieder stellte er den Mechanismus scharf und platzierte das süße Schaumgebäck. „Wir haben 47 Kartons eingekauft, damit werden wir wohl auskommen“, hoffte er.

Die Kinderstadt Neviges hatte zur Schatzsuche eingeladen. Birgit Hasenkämper präsentierte eine Schlüssel voller Weinkorken: „Hier muss man das Piratengold finden.“ Bei der Menge an Menschen konnte man schon mal die Orientierung verlieren. „Entschuldigung, steht man hier für die Rutsche an?“, fragte eine Mutter mit ihren kleinen Kindern vorsichtig nach. Riesenandrang auch an der Rollenbahn, wo Kinder in eine Kunststoffkiste stiegen und mit Anlauf zweier kräftiger Helfer in Schwung kamen. „Es war ein bisschen eng“, fand Zoe.

„Ob wir im nächsten Jahr wieder die Bühne aufbauen werden, kann ich noch nicht sagen, dass müssen wir gemeinsam reflektieren. Die Tendenz geht dahin, denn das ist eine echte Bereicherung und kam beim Publikum gut an“, so die Vorsitzende des Stadtjugendringes.

Mehr von Westdeutsche Zeitung