Neviges Peter Egen nennt neue Chefin der CDU „Lieschen aus der Provinz“

Neviges · Der Bundesparteitag war Thema beim CDU-Bürgerfrühstück.

Beim Bürgerfrühstück der CDU Neviges wurde unter anderen über die Wahl der neuen Bundesvorsitzenden der Union gesprochen.

Beim Bürgerfrühstück der CDU Neviges wurde unter anderen über die Wahl der neuen Bundesvorsitzenden der Union gesprochen.

Foto: Ulrich Bangert

In der Regel geht bei den offenen Treffen um kommunalpolitische Themen, doch keine 24 Stunden nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden bot sich reichlich bundespolitischer Gesprächsstoff. Die Meinungen in der Nevigeser Union waren jedenfalls eindeutig: „Mir wäre Friedrich Merz lieber gewesen“, sagte Ortsverbandsvorsitzender Stefan Ludwig. Er war mit Emil Weise bei der Regionalkonferenz in Düsseldorf gewesen, fand den Vortrag von Kramp-Karrenbauer nicht überzeugend. „Es gab eine klare Tendenz pro Merz“, ergänzte Weise. Die CDU müsse sich stärker auf ihre Wurzeln besinnen, so Ludwig, der die Erwartung hatte, dass durch die Wahl von Merz konservative Werte wieder mehr hervortreten würden.

Egen vermisst bei Saarländerin die internationale Erfahrung

Der Sauerländer sei zudem ein ausgewiesener Wirtschaftsfachmann. Dass er sich so lange aus dem Politikbetrieb herausgehalten hatte, war für Ludwig eher ein Vorteil: Merz hätte Themen viel unbefangener angehen können. „Schauen wir mal, wie es weitergeht“, meinte Ludwig. Auch Peter Egen hätte lieber Merz statt Kramp-Karrenbauer an der Spitze der Union gesehen. Seiner Meinung nach fehlt der Saarländerin internationale Erfahrung, er kann sie sich schwerlich auf Augenhöhe mit Putin oder Trump vorstellen: „Das ist doch Lieschen aus der Provinz“, so seine drastische Formulierung. Mit Merz hätte man hingegen einen auf internationalem Parkett erfahrenen Wirtschaftsexperten bekommen. Wichtig war allen jedoch, dass Merz der Union erhalten bleibe.

Nevigeser Themen wurden aber auch behandelt: Sei es die Verwendung der 450 000 Euro, die nächstes Jahr als Erstaufschlag zur Innenstadtbelebung von TBV und Stadt investiert werden sollen, oder der Umbau der Stadthalle: „Hier tut sich einiges“, hatte Ludwig beobachtet. Mit Thomas Stockter vom NTV und Wolfgang Dielschneider vom SV Union waren außerdem die Vorsitzenden der beiden größten Nevigeser Sportvereine zu Gast.

Ein permanentes Ärgernis sind weiterhin die Bahnübergänge im Kuhlendahl. Mindestens zwei Mal blieben in den vergangenen vier Wochen die Schranken an der Bleibergstraße beziehungsweise an der Bernsaustraße unten, nachdem die S-Bahn durchgerollt war. Das Ergebnis: Lange Staus, Autofahrer mussten große Umwege fahren.

Ludwig wollte in Bezug auf
eine Lösung nichts versprechen

Stefan Ludwig sagte zu, sich der Sache anzunehmen, wollte aber in Bezug auf eine Lösung nichts versprechen. Interventionen der Lokalpolitik hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, allerdings sei die Deutsche Bahn kein einfacher Verhandlungspartner. Ludwig erinnerte dazu an die seit bereits 15 Jahren laufenden Bemühungen, die Bahn zum einst von ihr vertraglich zugesicherten Bau von Park-and-Ride-Parkplatz an der Ladestraße zu bewegen.

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