Personalmangel: Freiwillige Feuerwehr schlägt Alarm

Personalmangel: Freiwillige Feuerwehr schlägt Alarm

Der Personalmangel sorgt laut Stadtbrandmeister Großmann dafür, dass Einsatzkräfte immer mehr leisten müssen.

Wülfrath. Seit anderthalb Monaten ist das neue Leitungsteam der Freiwilligen Feuerwehr im Amt — und das erste Fazit von Stadtbrandmeister Guido Großmann ist ernüchternd. „Bei kritischen Wohnungsbränden sind in den meisten Fällen nicht genug Einsatzkräfte vor Ort“, sagte Großmann jetzt im Ausschuss Umwelt und Ordnung.

Laut Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren müssen in den zehn Minuten nach dem Eingang des Notrufes mindestens neun sogenannte Hilfsfunktionen anwesend sein. Wülfrath kommt nur auf fünf. „Uns fehlen entscheidende Funktionen wie ein Drehleiterführer oder ein Sicherungstrupp, der den ersten Angriffstrupp unterstützt“, sagte Großmann. „Manchmal müssen Einsatzkräfte dreimal unter Atemschutz rein. Es wäre besser, wenn nach zweimal ein Anderer da wäre.“

Die Bevölkerung müsse aber keine Sorge haben. Großmann: „Wir arbeiten daran, diese Defizite zu entfernen, aber wir können nur im Rahmen unserer Möglichkeiten handeln.“ Der Fokus liegt deshalb auf der Nachwuchssuche: Die Jugendfeuerwehr konzipiere einen neuen Internetauftritt. Demnächst soll eine Feuerwehr AG in der Ogata der Parkschule starten.

„Das ist ein Pilotprojekt“, sagte der Stadtbrandmeister. „Wir müssen gucken, wie das anläuft und was für Schlüsse sich daraus ziehen lassen.“ Sollte das Projekt erfolgreich sein, könne er sich vorstellen, es auf andere Schulen auszuweiten.

Laut Großmann wurde zudem damit begonnen, die Alarm- und Ausrückordnung umzustellen. Die bisherige Ordnung sei bereits einige Jahre alt und entspreche nicht mehr den gegebenen Verhältnissen. „Einige Mitglieder sind beispielsweise umgezogen, haben eine andere Arbeitsstelle oder ihre Lebensumstände haben sich geändert. Sie sind dann anders einsatzfähig und das müssen wir berücksichtigen“, sagte er.

Sechs Mitglieder der Feuerwehr würden nachträglich den Führerschein Klasse C machen. „Wer garantiert, dass die Neulinge, nachdem sie ihren Führerschein auf Kosten der Stadt gemacht haben, nicht einfach nach Buxtehude abhauen?“, fragte ein Ausschussmitglied.Die Feuerwehr könne niemanden binden, sagte Großmann. Die Motivation spiele eine große Rolle. Kämmerer Rainer Ritsche betont: „Neulinge sollten unbedingt dazu ermutigt werden, der Freiwilligen Feuerwehr Wülfrath treu zu bleiben.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung