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Wülfrath: Peetz: „Man beneidet uns um unser Kleinod“

Wülfrath : Peetz: „Man beneidet uns um unser Kleinod“

Bei der Kommunalwahl 2009 zog die Wülfrather Gruppe (WG) in den Stadtrat ein. Und ebenso lange betreut der Vorsitzende der Fraktion, Wolfgang Peetz, den Wahlbezirk Innenstadt (9010).

1985 zog Wolfgang Peetz mit seiner Familie in den Innenstadtbereich, bewohnte eine große Maisonette-Wohnung am Angergarten. Die Innenstadt in direkter Nachbarschaft zu wissen, stellte für den Politiker nie ein Problem dar. „Ganz im Gegenteil, wir sind verwöhnt von der guten Erreichbarkeit der Geschäfte“, verrät Peetz bei einem Rundgang durch seinen Wahlkreis. Auch heute wohnt er noch zentrumsnah, kennt Schmuckstücke und Dreck-Ecken in der Innenstadt.

Erster Fixpunkt auf seinem Gang durchs Zentrum der Kalkstadt ist das Eiscafé Paciello an der Wilhelmstraße. „Mein zweites Wohnzimmer“, versichert Wolfgang Peetz mit Blick auf die Außengastronomie. „Hier trifft sich Wülfrath, ganz besonders im Sommer.“ Für den Politiker stellt die Innenstadt ein Alleinstellungsmerkmal für die kleine Kommune dar. „Viele Auswärtige beneiden uns um unsere Innenstadt. Hier findet man noch zahlreiche inhabergeführte Geschäfte und die Architektur macht dieses Kleinod zu etwas Besonderem.“ Doch diese Idylle hat eine Schattenseite, wie Peetz postwendend verrät. „Die Geschäfte werden vermutlich Probleme haben, Nachfolger zu finden. Immer mehr Leerstand macht die Fußgängerzone künftig unattraktiv.“ Die Nutzung des ehemaligen VHS-Gebäudes durch Wülfrather Vereine stellt für das WG-Ratsmitglied daher einen großen Gewinn dar, der zur Belebung der Innenstadt führt. „Deshalb bin ich auch gegen den Wegzug der Medienwelt, die ein schwarzes Loch in die Wilhelmstraße reißen würde. Ich sehe die Miete für die Bücherei als Beitrag zur Wirtschaftsförderung.“

Auf dem Weg Richtung Angergarten, dem zweiten Lieblingsort des Kommunalpolitikers, führt sein Weg kurz durch das Parkhaus Flügelskämpchen. Ein dreckiger Anblick, dem Wolfgang Peetz lieber ausweichen würde. „Aber auch das ist die Innenstadt. Zwar ist der Zustand durch die zwei Straßenreiniger – die wir von der WG bei der Stadt beantragten – spürbar besser geworden, wir haben aber noch immer unsere Problemecken.“ Das Eigentümerverhältnis im Parkhaus ist schwierig, einige Flächen sind in privater Hand, andere städtisch. „Dieser Vermüllung kann man nur mit regelmäßigem Säubern Herr werden“, ist sich Peetz sicher.

Im Angergarten wiederum gehören unschöne Müllberge der Vergangenheit an. Zwar findet man noch immer arglos weggeworfene Verpackungen, der Zustand hat sich aber für Peetz deutlich verbessert. „Hier haben wir mehr Probleme durch Vandalismus“, ergänzt Peetz. „Manche Anwohner wollen sogar wegziehen.“ Mittlerweile besteht im Innenstadtbereich Alkoholverbot. Dieser Änderung gibt dem kommunalen Ordnungsamt die Handhabe, Platzverbote auszusprechen. „Das genügt aber offensichtlich noch nicht. Auch die Polizei müsste an diesen Stellen deutlicher eingreifen“, erläutert Peetz, für den der Angergarten die Postkarte Wülfraths darstellt.

Zum Abschluss zieht es Wolfgang Peetz auf den Mehrgenerationen-Spielplatz. „Ein gelungener Platz, der gut angenommen wird“, ist sich der Fraktionsvorsitzende sicher. Gerne würde er noch mehr Menschen die Chance geben, in direkter Nähe zur Innenstadt zu wohnen. „Der Wunsch ist besonders bei Senioren sehr groß. Diese wiederum könnten Einfamilienhäuser für Familien freiziehen. Letztlich benötigen wir verstärkt innerstädtischen Wohnraum“, spricht Peetz eine Forderung an, die ihm immer wieder aus der Bürgerschaft zugetragen wird. Möglichkeiten der Bebauung sieht er am alten Bunkergelände. „Aber auch Teile der Innenstadt könnten zukünftig in Wohnraum umgewandelt werden.“