Ogata: Betreuung steht vor Neustart

Die Stadt Velbert hat den bisherigen Trägern gekündigt und wird in Kürze die Begleitung des Offenen Ganztags neu ausschreiben.

Velbert. Eltern, Lehrer und Betreuungspersonal machen sich Gedanken über die Zukunft des Offenen Ganztags (Ogata) an den Velberter Grundschulen. Die Stadt Velbert hat den bisherigen Betreuungsträgern Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM), Bergische Diakonie und Arbeiterwohlfahrt (Awo) zum 31. Juli 2019 gekündigt.

„Bislang war man auf der Grundlage einer überörtlichen Prüfung der Gemeindeprüfanstalt NRW davon ausgegangen, dass bei Verträgen über den Offenen Ganztag eine freihändige Vergabe zulässig ist, wenn der Betreuungsträger ein anerkannter Wohlfahrtsverband beziehungsweise ein Kinder- und Jugendhilfeträger ist und eine Markterkundung durch Betrachtung mehrerer möglicher Kandidaten durchgeführt wurde“, beschreibt der Velberter Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach die bisherige Praxis.

„Im Zuge der Planungen für die neue fünfzügige Grundschule an der Kastanienallee wurde die generelle Frage der Vergaberechtsrelevanz und Ausschreibungspflicht jedoch erneut geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die zuvor geschilderte Rechtsauffassung überholt ist und eine Ausschreibung der Leistungen im Offenen Ganztag sowie eine Kündigung der derzeit bestehenden Verträge zwingend erforderlich ist“, lautet die Begründung für die Beendigung der Verträge mit den drei derzeitigen Trägern.

„Eine neue Ausschreibung der Leistungen wird in die Wege geleitet“, kündigt Hans-Joachim Blißenbach an. „Damit kann ab dem 1. August 2019 eine weitere Betreuung der Grundschüler erfolgen“, sagt der städtische Pressesprecher. Er betont, dass „die Stadt Velbert mit den Leistungen der derzeitigen Träger sehr zufrieden ist.“

Da momentan die Vorbereitung des Ausschreibungsverfahrens noch läuft, wollte die Verwaltung weitere Detailfragen nicht beantworten, um das Vergabeverfahren nicht zu gefährden. Die Träger der Offenen Ganztagsschule sehen allerdings keinen juristischen Zwang dazu, die Verträge zu kündigen.

„Ein Beispiel, dass es auch anders geht, ist die Nachbarstadt Heiligenhaus. Hier wurden die Verträge für die OGS gerade verlängert“, heißt es aus der Geschäftsführung eines betroffenen Trägers. Dem ist es außerdem sehr wichtig, dass die Mitarbeiterinnen, die zum großen Teil sehr engagiert die Offenen Ganztagsschulen aufgebaut haben, nicht ihren Job verlieren. Man würde es außerdem sehr befürworten, wenn in der Ausschreibung ein Passus zur Übernahme des Personals auftaucht.

Eltern, Lehrer und die Betreuungsträger hoffen, dass bei der Vergabe nicht nur der Preis eine Rolle spielt, sondern auch die Erfahrung und die bisher bewiesene Leistungsfähigkeit. Die beiden Nevigeser Bekenntnisschulen möchten selbstverständlich die konfessionellen Träger behalten. Und das nicht nur, weil sie zufrieden mit ihnen sind, sondern auch, damit das Schulkonzept durchgängig umgesetzt werden kann. Ein weiteres Anliegen ist die Kooperation mit den Familienzentren und den Kindertagesstätten, um den Mädchen und Jungen den Übergang von der Kita zur Schule zu erleichtern.