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Offenes Atelier der Bergischen Diakonie lenkt von Corona-Alltag ab

Wülfrath : Offenes Atelier lenkt von Corona-Alltag ab

Das Team um Sunci Matijanic und Manuel Rohde erfindet sich immer wieder mit unterschiedlichen Angeboten neu:

Im Offenen Atelier auf dem Gelände der Bergischen Diakonie in Aprath geht es seit Beginn der Corona-Pandemie ruhiger zu. Die ersten Wochen wurden vom Team Sunci Matijanic und Manuel Rohde dafür genutzt, einen ausgiebigen Frühjahrsputz zu organisieren. Doch auch Angebote in den einzelnen Einrichtungen, die sowohl auf dem Gelände der Diankonie, aber auch im näheren Umland verteilt sind, fanden statt. „Wir haben größtenteils versucht, die Angebote draußen zu realisieren und nicht zu viele Teilnehmer zu beteiligen“, erinnert sich Sunci Matijanic, die sich über die Resonanz der Bewohner auch im Nachhinein noch freut. „Es war den Bewohnern nicht erlaubt, das Gelände zu verlassen. Da hat eine solche Kunstaktion sehr geholfen, dem Corona-Alltag zwischenzeitig zu entkommen“, ist sie sich sicher.

Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Werke. So darf sich ein Wohnheim in Velbert beispielsweise über zwei neue Mosaikstatuen für den Eingangsbereich freuen. Im Haus Fichte auf dem Gelände in Aprath wiederum wurde der Sommer in Streifenform willkommen geheißen. „Wir haben mit Acrylfarbe und Klebeband bunte Streifenbilder gemalt, die seitdem die Gemeinschaftsräume schmücken“, erinnert sich Manuel Rohde. Das umfangreiche Kursprogramm, welches ansonsten die inklusive Arbeit des Offenen Ateliers in Angeboten zusammenfasst, musste jedoch größtenteils abgesagt werden. Externe und interne Teilnehmer durften nur getrennt voneinander an Kursen teilnehmen. „Unsere Situation vor Ort ist besonders, weil wir ganz gewissenhaft damit umgehen müssen, dass sich wirklich niemand der Bewohner ansteckt“, erklärt Rohde. Und so konnten lediglich zwei Angebote unter freiem Himmel realisiert werden: Ein Steinbildhauerkurs und ein Kurs für Schweißen und Schmieden.

Das Team feilt derzeit
am neuen Kursplan

Entstanden sind dabei trotzdem ganz großartige Werke, die auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. „Wir können uns vorstellen, dafür einen Leerstand in der Innenstadt zu nutzen. Sowas haben wir in der Vergangenheit schon öfters gemacht“, verraten die beiden Kunstpädagogen, die sich eine solche Wiederholung besonders in der aktuellen Situation wünschen würden. „Unsere jährliche Werkschau, die ansonsten die Kunstwerke unserer Teilnehmer darstellt, die in einem Jahr angefertigt wurden, musste auf Grund der Pandemie ebenfalls abgesagt werden“, so Rohde, der hofft, im neuen Jahr mit einem volleren Terminkalender starten zu können.

Optimistisch ist das Team auf jeden Fall und feilt derzeit am neuen Kursplan, der im Dezember veröffentlicht werden soll. Darin enthalten sind farblich markiert die internen und externen Kurse, die sich über das ganze Jahr erstrecken. „Zum Jahresende hin planen wir auch wieder inklusive Angebote und hoffen, dass diese dann wieder stattfinden können“, hofft Sunci Matijanic. Und noch ein weiterer, wichtiger Termin ist vorerst nur verschoben worden: Die Kunstausstellung der Künstlerin Barbara Weyer, die für ihre außergewöhnlichen Bilder und Skulpturen bekannt ist. „Diese Ausstellung sollte bereits im September stattfinden und musste abgesagt werden. Jetzt haben wir uns vorgenommen, diesen Termin sobald als möglich zu wiederholen“, versichert das Team des Offenen Ateliers.

Wie wichtig den regelmäßigen Besuchern das Offene Atelier ist, verdeutlicht auch eine Aktion der Künstler selbst, die sich zu einer Gruppe zusammengefunden haben und außer­halb der Einrichtung der Kunst frönen. „Sie haben an einem anderen Ort den Dozenten verpflichtet und malen jetzt dort gemeinsam. Das ist eine schöne Entwicklung“, sind sich Sunci Matijanic und Manuel Rohde abschließend sicher.