Ökumenisches Fest in Tönisheide: Und auch Petrus war ein Fischer . . .

Ökumenisches Fest in Tönisheide: Und auch Petrus war ein Fischer . . .

In Tönisheide feiern katholische und evangelische Gläubige gemeinsam ein Fest.

Velbert. „Da links, der Hai, versuch’ den mal.“ Die vierjährige Lina Welke versucht mit vor Konzentration gerunzelter Stirn und zwischen die Zähne geklemmter Zunge, den kleinen Pappfisch von der Bank aus mit einem Magneten zu angeln. Immerhin lockt eine Tüte Gummibärchen als Belohnung für den Fang-Erfolg. Ihr Mutter Jutta schmunzelt: „Petrus war auch ein Fischer — das passt doch.“

Das ökumenische Pfarrfest der evangelischen Gemeinde Tönisheide und der katholischen Pfarrei „Maria, Königin des Friedens“ hat eine langjährige Tradition. Seit rund 30 Jahren trifft man sich unter dem Birkenkreuz, erst vor den jeweiligen Kirchen, nun auf dem Kirchplatz.

Gabriele Kneer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates: „Dieses Jahr haben wir auch Vereine aus Neviges hier in Tönisheide. Die Kolpingfamilie ist da, die katholischen Frauen Neviges und Tönisheide verkaufen gemeinsam Kuchen.“ Getreu dem diesjährigen Motto: „Viele Gaben, ein Geist“ fand dieses Jahr erstmalig ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Tönisheider Kirchplatz statt. Gabriele Kneer: „Ich freue mich vor allem über das Miteinander: Jung und alt, Tönisheide und Neviges, evangelisch und katholisch — alle feiern zusammen und setzen sich für den guten Zweck ein.“

Besonders am Herzen liegt Kneer das Engagement der jüngsten Teilnehmer. „Die Messdiener haben einen Familientriathlon auf die Beine gestellt. Die Pfadfinder verkaufen alkoholfreie Cocktails und haben letzte Nacht die Nachtwache übernommen, damit wir keine Sorgen um die teure Technik und die anderen Aufbauten haben mussten.“ Ein Einsatz, der sie froh stimmt.

Und auch die Besucher waren voll des Lobes. Jutta Blank: „Ich finde die Stimmung hier einfach einmalig. Alle kommen zusammen, man fühlt sich wie in einer großen Familie.“ Und Sascha Häger befindet: „Vor allem für Familien mit Kindern hat man sich wahnsinnig viel einfallen lassen: der Triathlon, die Hüpfburg, die ganzen Spielmöglichkeiten — lasset die Kindlein zu mir kommen, hat Jesus gesagt. Zum Tönisheider Pfarrfest kommen sie jedenfalls gerne.“

Auch fürs leibliche Wohl war gesorgt: Neben Kaffee und Kuchen gab es auch Würstchen, Grillfleisch, Reibekuchen und die beliebten „Pastoren Pommes“. Bei so viel Einsatz hatte selbst der Wettergott ein Einsehen und sorgte für trockenes Wetter und sogar den einen oder anderen Sonnenstrahl, damit die Besucher das Fest auch so richtig genießen konnten.

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