1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Velbert, Neviges und Wülfrath

Niederbergisches Museum: Vom Grammophon bis zum Kofferplattenspieler

Niederbergisches Museum: Vom Grammophon bis zum Kofferplattenspieler

Ausstellung im Museum dokumentiert fast 100 Jahre Geschichte der Abspieltechnik.

Wülfrath. Was für Schätzchen! Im Ausstellungsraum des Niederbergischen Museums an der Bergstraße kann der Besucher ab Sonntag, 1. September, eine Reise in die Technik-Geschichte des Grammophons unternehmen. „Wie kommt der Ton aus dem Grammophon?“ heißt die sehenswerte Ausstellung, die Trägervereins-Vorsitzender Jürgen Meinhard und Geschäftsführerin Christa Hoffmann Dienstag präsentierten.

Mit von der Partie: Horst Szigat und Walter Theis, passionierte Grammophon-Freunde. Vor allem Szigat hat aus seinem privaten Fundus bemerkenswerte Exponate beigesteuert. „Er hat in seinem Haus kein Wohn-, sondern ein Phonzimmer“, scherzte Theis. Die Wülfrather haben über viele Wochen hinweg die Ausstellung konzipiert und zusammengestellt.

„Wir haben auch eine Vitrine, wie sie hier im Museum vorhanden ist, nachgebaut, um herauszufinden, ob die Geräte auch hineinpassen“, sagte Szigat. Sie passen. Und Dutzende Grammophone und Plattenspieler können aus der Nähe entdeckt werden.

Fast 100 Jahre Geschichte der Abspieltechnik zeigt die Ausstellung. Aus dem Jahr 1878 stammt Edisons Erfindung. Sein Zinnfolien-Phonograph mit Walze und Schalldose — für Aufnahme und Wiedergabe — steht am Anfang des Rundgangs. „Das ist leider nur ein Nachbau“, merkte Szigat bei der Führung an. Ansonsten punktet die Ausstellung mit Originalen in rauen Mengen.

Sei es ein Phonograph aus dem Jahr 1900, ein Tischgrammophon aus dem Jahr 1909, das kleinste Taschengrammophon der Welt (1926), Tonbildpostkarten (1930) oder ein Plattenspielerkoffer aus dem Jahr 1960: Die Technik-Schau fasziniert und verdient neugierige Blicke.

Dazu ergänzen historischen Abspielnadeln, Nadeldöschen und anderes Zubehör die Ausstellung. Auch Schellackplatten mit Denkmalwert — wie ein Exemplar von Emil Berliner aus dem Jahr 1897 — fehlen nicht.

Auf dem „kurzen Dienstweg“ hatte Christa Hoffmann den Kontakt zu Szigat aufgenommen. „Er ist Mitglied des Museum-Trägervereins. Da musste er nicht lang überredet werden.“

Offiziell wird die Ausstellung am Sonntag, 1. September, um 14 Uhr eröffnet. Ab 15 Uhr treten dann die Schellack-Boys auf. Sie legen Original-Schellackplatten mit Schlagern, Swing und Jazz aus den 1920er- bis 50er-Jahren auf.