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Niederbergischen Museum: 100-jähriges Bestehen

Niederbergischen Museum: 100-jähriges Bestehen

Parkschüler schenken dem Niederbergischen Museum bunte Zahlen zum 100-jährigen Bestehen.

Wülfrath. Wie passend: Johanna, Vivian, Luis, Patti, Finn und Christina unternahmen mit Tina Schütte, der stellvertretenden Leiterin der Grundschule Parkstraße, am Morgen des ersten Schultags nach den Weihnachtsferien einen kleinen Ausflug — ins Niederbergische Museum. Dort übergaben sie gleich mehrere 100-Jahre-Zahlen an Christa Hoffmann, die Geschäftsführerin des Trägervereins des Museums. Eine Art Staffelübergabe. Feierte die Parkschule 2012 ihr 100-jähriges Bestehen, ist in diesem Jahr das Museum an der Reihe.

Eine Person hat Schule wie Museum besonders geprägt: Julius Imig. Der Lehrer gründete als Leiter der Parkschule 1913 das Niederbergische Museum. „In zwei umfunktionierten Klassenräumen“, wie Hoffmann anmerkt. Seine naturkundliche Sammlung war der Grundstock des Museums, das im Jahr 1946 in das Gebäude an der Bergstraße umgezogen war.

Seit 2006 führt der Trägerverein die Regie, nachdem die Stadt das Haus aus Kostengründen schließen musste. Bekanntlich steht die Zukunft eingangs des Jubiläumsjahrs wieder auf der Kippe: Wie die WZ exklusiv berichtet hat, wurde der zwischen Verein und Stadt ausgehandelte Vertrag noch nicht unterschrieben. Nachverhandlungen stehen an.

Dennoch lassen sich Christa Hoffmann und ihr motiviertes Ehrenamtler-Team in den Vorbereitungen zum 100-Jährigen nicht bremsen. „Wir sind tief in der Planung“, sagt Hoffmann. Das Programm muss vom Vorstand aber noch abgesegnet werden. Der WZ gewährt die Geschäftsführerin dennoch bereits einige Einblicke in ein abwechslungsreiches Programm.

So sollen schon in Kürze außergewöhnliche Führungen angeboten werden. „Wir haben drei Kinderpaare so geschult, dass sie Gleichaltrige, aber auch Erwachsene durch die Ausstellung führen können. Sie fiebern alle schon der ersten Führung entgegen“, sagt Christa Hoffmann.

Erste konkrete Termine für weitere Veranstaltungen können schon genannt werden. So ist für den 15. März ein Gitarrenkonzert am Kamin geplant. Der offizielle Festakt zum 100. Geburtstag findet am 14. April statt — zuerst im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses, anschließend geht es weiter im Museum.

Ein großes Museumsfest steht für den 13. Oktober auf dem Plan. Zuvor lädt der Trägerverein Ende September zu „Eine Nacht im Museum“ ein. In einer Sonderausstellung wollen sich die Macher der Faszination von Grammophonen widmen.

5100 Besucher wurden im vergangen Jahr gezählt — wie 2011 auch. „Mehr geht kaum“, sagt Christa Hoffmann und verweist auf die Personaldecke des Trägervereins. „Aber diese Ehrenamtler sind so engagiert.“ Das lasse Vorfreude auf das Jubiläum zu. Die 100-Jahre-Zahlen, die 2012 an der Parkschule warben, werden nun das Museum schmücken. „Darüber freue ich mich besonders“, sagte sie den Schülern.

„Ich bin immer um Eure Schule herumgeschlichen und habe mir diese Zahlen angeschaut. Wir könnten die nicht so schön machen.“ Mit frischen Waffelherzen in den Händen, machten sich die Drittklässler dann wieder auf den Weg zum Unterricht.