Velbert : Nevigeser Feste haben viel zu bieten

Der Bezirksausschuss Neviges beklagt eine mangelnde Unterstützung durch die Velbert Marketing Gesellschaft (VMG).

. Wie auf der Februarsitzung gewünscht, gaben die Leiter der Nevigeser Schulen dem Bezirksausschuss jetzt einen Situationsbericht aus erster Hand. Einig waren sich die Pädagogen, dass die Inklusion nicht 1:1 umgesetzt werden kann. „Die Kinder bekommen nicht das, was sie brauchen, Sozialpädagogen fehlen überall“, klagte Bärbel Emersleben von der Grundschule Tönisheide, die es für „haarsträubend“ hält, dass die Schüler morgens von den Eltern möglichst nahe an den Schuleingang gefahren werden. „Jeder Regentropfen kommt quasi einem Anschlag auf die Kinder. Das Verhalten der Eltern ist besorgniserregend, das sehen die Kollegen nicht anders.“ Die Schulleiterin kam vor 29 Jahren an die Schule, bereits damals gab es den Wunsch nach einem Anbau. „Den könnten wir dringend gebrauchen, Platz an der Kirchstraße ist da. Es geht viel Zeit verloren, wenn man zwischen zwei Schulgebäuden pendelt.“

Grundschule im Siepen ist sehr
an einem Ausbau interessiert

Platzprobleme hat auch die katholische Grundsschule im Siepen. „Wir wären sehr an einem Ausbau interessiert. Es ist sehr eng, das ist eine Zumutung“, klagt Ilka Powilleit. Die Chefin der Sonnenschule weiß, dass es noch enger wird: „Wenn die Ludgerusschule in Velbert-Mitte in dem Neubau an der Kastanienallee aufgeht, ist die Sonnenschule die einzige katholische Bekenntnisschule in Velbert“. Seit einem Jahr bemüht sich die Schule um eine Querungshilfe für die Goethestraße. „Das ist immer noch nicht optimal, Eltern geleiten die Kinder herüber.“ Raummangel beschäftigt auch den Leiter der benachbarten Regenbogenschule, die leihweise zwei Klassenräume an die Sonnenschule abgegeben hat. „Unsere schönsten Räume, die brauchen wir dringend“, so Rektor Arnfried Szymanski, dessen größter Wunsch eine Aula wäre.

An der Evangelischen Grundschule Neviges wartet die stellvertretende Schulleiterin Ruth Hottenbacher auf die Beendigung von Baumaßnahmen, dann kann auch die lange erkrankte Schulleiterin wieder ihren Dienst antreten. Weitere Baumaßnahmen stehen an. Der Andrang an dieser Schule ist groß: „Es gab 67 Anmeldungen, wir mussten elf Schüler abweisen.“

Die neue Nevigeser Gesamt­schule hat noch keinen offiziellen Schulleiter, aber dafür jede Menge Platz in dem ehemaligen Gebäude der Heinrich-Kölver-Schule. „Wenn da Handwerker wegen des Netzwerkeinbaus kommen, können wir in einen anderen Raum ausweichen“, schildert Jens Buhlmann die komfortable Situation. Nach dem Sommerferien wird es ein bisschen voller: „Wir hatten 155 Anmeldungen, 45 aus Wülfrath, 32 davon konnten wir aufnehmen. Das geht, weil der Nachbarort keine Gesamtschule hat.“

Cathrin Minor vom Planungsamt lobte die große Bandbreite der Veranstaltungen in Neviges: „Da ist für jeden etwas dabei. Lokale Feste und solche, die durch Leute von außerhalb besucht werden, wie die Hardenberger Gartentage oder der mittelalterliche Weihnachtsmarkt.“ Der Kirchplatz bietet nicht genügend Raum, wohl aber der Platz Im Orth, dort fehlt allerdings ein Stromverteilerkasten, was im Zuge der Bauarbeiten zur Kanalerneuerung im Rommelssiepen geändert wird.“

Das von der Verwaltung vorgelegte Konzept zur Nutzung von Plätzen für Veranstaltungen stieß nicht auf Begeisterung: Michael Pannen (Grüne) fehlen Impulse, Jörg Möller (Linke) findet, dass man nicht so behandelt wird, dass sich Neviges weiter entwickelt. Esther Kanschat (Grüne) gibt ihrem Kollegen August-Friedrich Tonscheid (Velbert anders) Recht bei der Feststellung, dass die Feste in Velbert-Mitte von der Velberter Marketing Gesellschaft (VMG) geplant und mit Geld unterfüttert werden. „Da wird nicht mit gleichem Maß gemessen.“ „Wir haben eine Marketinggesellschaft, die hat sich so verselbständigt, dass nur in Velbert-Mitte gezahlt wird,“ so Tonscheid und fordert eine Umschichtung, so dass davon etwas in Neviges zu spüren ist.

„Die VMG-Mitarbeiter sind nicht befugt, umzuschichten. Da ist die Politik gefragt“, belehrte Jörg Ostermann den Ausschuss. Der Beigeordnete forderte dazu auf, beim Domparkplatz noch einmal in sich zu gehen: „Die Denkmalbehörde wünscht ein Gesamtkonzept von Schloss und Parkplatz. Wir denken dieser Empfehlung zu folgen. Die Förderung des Schlosses kommt schließlich vom Denkmalschutz. „Dann können wir die beiden Varianten in die Tonne kloppen“, stellte Ausschussvorsitzender Rainer Hübinger (SPD) fest.