Neviges: Osterfeuer stärken das Gemeinschaftsgefühl

Neviges : Osterfeuer stärken das Gemeinschaftsgefühl

Die Traditionsveranstaltungen lockten an verschiedenen Orten in Neviges zahlreiche Besucher an, die gemeinsam feierten.

„Wir sind aus dem Siepen und wollen den Verein unterstützen.“ Aus diesen Grund kam Franka Angerbauer mit ihren Bekannten zum Osterfeuer der Sportfreunde Siepen. „Warum soll man woanders hingehen, wenn man hier im Dorf was machen kann?“, fragt sie sich. So dachten viele aus dem Stadtteil, die Anlage an der Hohenbruchstraße füllte sich bei fast sommerlichen Temperaturen am Spätnachmittag des Karsamstags zusehends. Nach kurzer Zeit musste im Bierwagen der erste Fass gegen ein volles ausgetauscht werden.

Maragozidis Minas freute sich über die Einnahmen: „Wir erhalten im Gegensatz zu anderen Vereinen keine Unterstützung bei den Betriebskosten. Strom, Wasser, Gas, Pflege, da kommen im Jahr
12 000 bis 15 000 Euro zusammen“, listet der Vorsitzende des SF Siepen auf, der in der Kreisliga B gerade zwei Spiele verloren hat. „Aber wir sind an vierter Stelle.“

Eine Jugendmannschaft kann nicht aufgeboten werden. „Wir haben ein Problem mit der Asche: Die Leute wollen ihre Kinder auf Kunstrasenplätzen spielen lassen.“

Unterschriften für den
Erhalt der Sportanlage

Viele Besucher trugen sich in Unterschriftenlisten zum Erhalt der Sportanlage ein, weil der nach dem Regionalplan eine Wohnbebauung auf dem Areal möglich ist. „Ich wüsste nicht, wer da von den Ratskollegen dort was bauen lassen möchte“, beruhigtr Ratsmitglied Matthias Gohr (SPD). „Ich habe schon bei der Diskussion um die Donnenberger Straße darauf verwiesen, dass innerhalb von Neviges noch sehr viele Möglichkeiten zum Bau von Wohnungen vorhanden sind.“

Doch nach Politik war den Leuten nicht zu Mute: „Wir sind gekommen, um Leute zu treffen, bei dem schönen Wetter ein Bierchen zu trinken und die Kinder können nach Herzenslust spielen“, so Robert Elsner.

Allerdings mussten die Kinder bis zum Beginn der Dämmerung warten, als endlich der große Holzstapel entzündet wurde. An der Kleingartenanlage Teimberg konnten die Zuschauer früher zusehen, wie sich die Flammen durch das trockene Geäst fraßen. „Die Mitglieder wissen ja um das traditionelle Feuer und haben zuvor den getrockneten Baumschnitt parat gelegt“, weiß Festausschussmitglied Heinz Tewes.

Als das Feuer heruntergebrannt war, gingen die meisten zum Gemeinschaftshaus, wo Getränke und Speisen zum gemütlichen Beisammensein einluden. Reges Treiben herrschte am Wiesenweg, wo die Siedlergemeinschaft Im Holz zum Osterfeuer zusammenkam. „Das ist der Beginn unserer Siedlerfeste“, beschreibt Alfred Reuscher den Jahreskalender. „Es folgt die Vatertagswanderung, die nur intern ist, zum Sommerfest und zum Oktoberfest sind wieder alle willkommen“, lädt der Vorsitzende der Siedler ein.

„Zwischendurch gibt es noch den Altennachmittag. Wir haben viele Senioren, aber langsam macht sich ein Generationenwechsel bemerkbar. Als nächsten Schritt möchten wir auf die Neubürger zugehen, die auf dem ehemaligen Jahnsportplatz gebaut haben.“

So ein Osterfeuer ist auf jeden Fall eine Gemeinschaftsarbeit: „Seit dem Herbst ist der Baumschnitt aus der Siedlung auf der großen Wiese zusammengetragen wurden, der immer mal wieder umgeschichtet wurde. Es wird kein Grünschnitt und kein behandeltes Holz verbrannt.“ Lange bevor die Lunte an den Stapel gelegt wurde, strömten gut gelaunte Menschen an den Wiesenbach. Die vorsorglich aufgebauten Zelte wurden bei dem Wetter zum Glück nicht gebraucht - es blieb trocken.

Mehr von Westdeutsche Zeitung