Neviges: Die „Marktgilde“ will das Mittelalter weiterleben lassen

Neviges: Die „Marktgilde“ will das Mittelalter weiterleben lassen

Auch 2010 soll es am Schloss einen Mittelaltermarkt geben: Ute Meulenkamp und andere Nevigeser Mittelalterfans und -händler haben einen Verein gegründet, der ihn veranstaltet.

Neviges. Auch im kommenden Jahr sollen Ritter, Marktleute, Handwerker und Gaukler am Schloss Hardenberg ihre Zelte und Stände aufschlagen und Besucher zwei Tage lang ins Mittelalter entführen. Nachdem die Wirtschaftsförderungsgemeinschaft Neviges (WGN) aus finanziellen Gründen beschlossen hat, als Veranstalter auszusteigen, will nun der Verein "Marktgilde" die Organisation des historischen Spectaculums übernehmen.

"Am Wochenende haben wir entscheiden: Wir machen es", sagt Ute Meulenkamp, erste Vorsitzende des neu gebildeten Vereins.

Zum Gründerkreis und Vorstand der "Marktgilde" gehören Lutz Lembach und Andrea Hofer, die vor zwei Jahren in Neviges die "Highland Gewandkammer" eröffnet haben, sowie Knut Carl vom Seifenladen "Zuber-Zwerg". Wie Ute Meulenkamp sind die eingefleischten Mittelalterfans regelmäßig auf Märkten im weiteren Umkreis präsent.

Die Nevigeserin hatte sich vor Jahren von ihrem Sohn mit dem Mittelalter-Virus infizieren lassen und ist Mitglied der "Hardenberger Fuhrmannsleut", die in ihrem Lager die Zeit von 1150 bis 1250 nachleben. Als "Kräuterweib zu Hardenberg" bietet Ute Meulenkamp zudem Tees, Kräutermischungen, Senf und Geschenkartikel an.

Doch nicht nur durch die jährlich etwa 20 eigenen Marktauftritte hat Ute Meulenkamp Erfahrung. Acht Jahre lang war sie Geschäftsführerin der WGN, organisierte als solche Veranstaltungen und auch den ersten Mittelaltermarkt am Schloss Hardenberg.

"Den zweiten habe ich auch noch gemacht, allerdings nicht mehr als Geschäftsführerin." Im Beirat der Händlergemeinschaft ist sie bis heute. Mit ihren Mitstreitern habe sie auch Vorschläge für ein neues Konzept gemacht. Nach drei Jahren mit teils beträchtlichem Defizit - 2008 allein 8000 Euro - winkte die Mehrheit der WGN-Mitglieder jedoch ab.

Dass mit der Veranstaltung ein finanzielles Risiko verbunden ist, "ist natürlich richtig", sagt auch Ute Meulenkamp. Dennoch ist sie überzeugt, dass der Markt funktionieren kann. Man wolle bei der Finanzierung einiges anders machen, sei aber noch am Anfang der Planung.

Mit Michael Cornély und seiner "GBM Gesellschaft für Burgenmarketing mbH" habe man zudem bereits einen professionellen Mitveranstalter gefunden, der seit 2001 mittelalterliche Feste, Märkte und Turniere organisiert - so etwa an den beiden kommenden Wochenende die "Broicher Schlossweihnacht" in Mülheim.

Über ihre eigene Präsenz in der Szene wollen die Mitglieder der Gilde die Nevigeser Veranstaltung bewerben. "Wir haben ein Einzugsgebiet von etwa 300 Kilometern. Und so, wie ich jetzt Listen mit meinen eigenen Terminen am Stand auslege, gibt es dann Flyer vom Mittelaltermarkt am Schloss", setzt Meulenkamp auf einen Multiplikationseffekt. Außerdem will man in überregionalen Szene-Magazinen Aufmerksamkeit schaffen.

Inhaltlich will die Gilde ebenfalls einige Änderungen vornehmen. Nicht mehr so viele Bandauftritte, dafür mehr Aktionen für Kinder und Familien und vor allem wieder ein großes Ritterturnier wollen sie 2010 umsetzen. Für letzteres soll ein Teil des Parkplatzes genutzt werden.

Bei den zuständigen Verwaltungsstellen sowie den TBV und den Stadtwerken hat Ute Meulenkamp nach eigenen Angaben in Sachen Genehmigungen schon vorgefühlt. Als Termin soll das zweite Wochenende im August beibehalten werden.

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