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Neviges: Neue Wohnungen sollen Innenstadt stärken

Neviges : Neue Wohnungen sollen Innenstadt stärken

Beim SPD-Spaziergang durch Neviges standen Neu- und Umbauten im Mittelpunkt.

„Das schöne daran ist, dass wir keinen zusätzlichen Flächenverbrauch haben und 32 neue Wohneinheiten bekommen“, schwärmt Michael Selenin über die geplante Bebauung des Geländes des ehemaligen katholischen Krankenhauses. Im Rahmen des SPD-Sommerprogramms führte der Sachkundige Bürger durch die Nevigeser Innenstadt, wobei die künftigen und bereits begonnenen Bauprojekte im Mittelpunkt standen.

„Die Bezirksregierung möchte an der Donnenberger Straße weitere Wohngebiete ausweisen. Wir bauen demnächst so viel in der Stadt, das passt nicht“, so Selenins Überzeugung. SPD-Ratsherr Matthias Gohr gab einstweilen Entwarnung: „So lange der Rat keine Genehmigung erteilt, wird nicht gebaut.“

Das 8200 Quadratmeter große Krankenhausgrundstück wurde von der Wuppertaler Firma Pro Objekt erworben, die zur Tönisheider Straße hin zwei große Wohngebäude errichten will, dahinter sind vier Stadtvillen geplant. „Jedes Gebäude hat eine Tiefgarage“, was dem angehenden Verkehrsplaner Selenin ganz wichtig ist. „Die Garagen und alle Etagen sind ohne Stufen zu erreichen. Dazu kommt ein begrünter Innenhof, das ist schön für Familien und Kinder.“

Am Stadtgarten vorbei geht es zur ehemaligen Stadthalle. „Die Fassade zur Wilhelmstraße wird so bleiben wie sie ist. Insgesamt werden sechs Wohneinheiten geschaffen: Je zwei zu mit 40 und 60 Quadratmetern und je eine mit 300 und 400 Quadratmetern, das soll sehr ähnlich einem Loft sein und wäre dann was für Großfamilien“, findet der Stadtführer. „Bei der Planung war es ein großes Problem, das es zu dunkel war. Darum wird nach hinten heraus ein Lichthof geschaffen. Der Bauantrag liegt vor, Baubeginn soll 2020 sein.“ Die Wiederbelebung des ehemaligen Kulturpalastes bindet keine zusätzlichen Stellflächen, weil nebenan ein Carport entstehen wird.

Überrascht war Michael Selenin, dass auf dem Gelände des einstigen David-Peters-Hauses ein kleiner Bagger bereits mit dem Abbruch der Pausenhalle der einstigen Schule beschäftigt war. „Das Schöne an dem Areal ist, dass der Investor versichert hat, dass die bisherigen Parkmöglichkeiten bestehen bleiben. In dem ehemaligen Schulgebäude sollen sechs Wohnungen geschaffen werden, weitere entstehen in dem Haus schräg gegenüber, wo sich einige Jahre lang die Awo-Begegnungsstätte befand.

Fassade des alten Krankenhauses ist bereits komplett eingerüstet

Einige Meter bergab sind am alten Rathaus sichtbare Baufortschritte zu erkennen: Die Fassade ist komplett eingerüstet, der Dachstuhl, der im Zweiten Weltkrieg nach einem Brand nur notdürftig zusammengeflickt wurde, ist verschwunden. „Investor ist der Velberter Unternehmer André Grimmert, der zur Zeit mit dem Breitbandausbau in Neviges beschäftigt ist“, erläuterte Michael Selenin. „Wohnen in einem alten Verwaltungsgebäude mit hohen Decken, das kann interessant sein.“ Zwischen der alten Post, die auch in Wohnungen umgebaut wird, und dem ehemaligen Rathaus kommt ein gläserner Aufzug, der beide Gebäude verbindet.

Aufmerksame Zuhörer waren Danuta Galwas-Borowka und ihr Mann Christoph. „Es ist immer interessant, wenn man was Historisches oder Neues gezeigt bekommt“, so die Motivation des Ehepaars aus Velbert-Mitte, das im Gegensatz zu anderen angemeldeten Teilnehmern der Gluthitze trotzte. „Es wird viel neuer Wohnraum geschaffen, aber es sind keine Geschäfte vorhanden“, stellten die Velberter fest. „Wir wollen mit den Vermieter sprechen, dass sie mit dem Mieten runter gehen, damit es für Geschäftsleute interessant wird. Wir hoffen auf eine Stärkung der Innenstadt“, so die Intention von Matthias Gohr.