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Neue Schulform: Die Sekundarschüler legen los

Neue Schulform: Die Sekundarschüler legen los

Die neue Schulform ist am Mittwoch gestartet. Schulleiter Mavius und Diakon Anhut appellieren, die Talente der Kinder zu fördern.

Wülfrath. Schließlich steht Heiko Mavius auf einer der steinernen Tischtennisplatten auf dem Schulhof. In der rechten Hand hält der Schulleiter den Faden des — passend zum Oberhemd — fliederfarbenen Luftballons. Auf „drei“ lässt er ihn los — und 77 weitere steigen in den Himmel. Mavius und die Sekundarschüler wollen damit zum Start der neuen Schule symbolisch ihre Neugier entfesseln.

Fröhlichkeit mit einer Spur Ernsthaftigkeit — das kennzeichnet den Start einer neuen Schulära. Im Mittelpunkt: die Schüler der drei Eingangsklassen und deren Talente. Das hebt im ökumenischen Gottesdienst zum Beispiel Diakon Michael Anhut hervor, der insbesondere an die Erwachsenen appelliert, die Talente in den Kindern zu fördern — und nicht die Dinge, die man gerne in die Zöglinge hineinsetzen möchte.

Das betont auch Heiko Mavius in seiner Begrüßungsansprache, in der er die Mädchen und Jungen auffordert, „ihre eigenen Talente zur Lebensgestaltung einzusetzen“. Die Schule wolle dazu beitragen, diese Talente zu entdecken und zu entwickeln. „Ihr kommt mit einem Paket Neugier auf die Schule. Das Paket wollen wir nicht verschnürt lassen“, sagt er.

Für die Bezirksregierung Düsseldorf besucht Dezernent Jürgen Volkmar den ersten Schultag der Sekundarschule Wülfrath — eine von 42 die in NRW neu „ans Netz“ gehen. Er habe keine Zweifel, dass auch diese Schule bald über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf genießen werde. Er hoffe, dass die Schüler nach sechs Jahren feststellen: „Wir haben viel gelernt und haben dabei Spaß gehabt.“

„Letztendlich richtige Zufriedenheit“ empfindet Schulausschuss-Vorsitzender Martin Sträßer, „dass wir jetzt am Ziel unserer Bemühungen sind“. Im Vergleich zur Nachbarschaft sei man ein Stückchen voraus. „Und den Vorsprung wollen wir möglichst halten.“

Dazu will auch die Stadt beitragen — zum Beispiel mit einer Investition in die Mensa. „Wir können die Infrastruktur der Realschulküche halten, müssen aber den Bereich für Sitzmöglichkeiten erweitern“, sagt Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth. Die Erweiterung soll im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Den Plan, die Mensa ins benachbarte Museum unterzubringen, hat die Stadt verworfen — unter anderem aus finanziellen Gründen.

Viel Lob richtet Heiko Mavius an die Realschule: „Die Kooperation klappt. Hier hat niemand den Eindruck, dass die eine Schule die andere verdrängt. Das ist vielmehr ein Wandlungsprozess, den wir optimistisch angehen.“ Auf diesen Optimismus setzen auch die Eltern, wie Petra und Christoph Widera: „Wir denken natürlich zuerst an unser Kind, klar. Aber wir hoffen, dass alles so gut läuft, wie es sich alle wünschen.“