Velbert : Neue Energie für alte Nevigeser Gebäude

Der Ausschuss für Klima und Umwelt beschließt ein Konzept für die energetische Sanierung der Nevigeser Innenstadt.

Bevor der neugebildete Ausschuss für Klima und Umwelt in seine erste Sitzung startete, stellte der Vorsitzende Wolfgang Beckröge fest, dass Velbert eine Stadt im Grünen ist, die noch über viel intakte Natur verfügt: „Es ist mir an Anliegen, das an unsere Nachkommen weiterzugeben“, so der Grünen-Politiker und setzt darauf, das alle Ausschussmitglieder an diesem Ziel mitwirken.

Der Antrag der CDU, die Verwaltung solle die Optimierung des Einsatzes von regionalen und Fairtrade-Produkten sowie von Bio-Lebensmitteln  im Bereich städtischer Einrichtungen prüfen, stieß auf Überraschung bei der FDP. „Will die CDU sich ein Feigenblatt für rückwärtsgewandte Politik geben? Weiß die CDU nicht, dass auf der Homepage der  Stadt steht, dass Velbert ,Fairtrade-Town’ ist?“, fragte Ulrich Worbs. „Wir stehen hinter diesem Ziel, wir müssen mehr tun“, gab es Unterstützung durch  Hans-Wilhelm Dorgarten (Bündnis 90/ Grüne).

Ute Meulenkamp begrüßte für die SPD den Vorstoß. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Carsten Haider (Bündnis 90/Die Grünen), gab aber zu bedenken, dass man für regionale Lebensmittel keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen bebauen darf. „Beim Bauernverband hat man ausgerechnet, dass bei dem anhaltenden Flächenverbrauch im Kreis Mettmann in 80 Jahren keine Landwirtschaft mehr möglich ist.“  Mit der Gegenstimme der Liberalen und der Enthaltung von Velbert anders wurde der Prüfauftrag auf den Weg gebracht.

Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, dass private Gebäudeeigentümer besser auf vorhandene Fördermöglichkeiten  für  regenerative Energien hingewiesen werden. Zu prüfen ist, ob sich dafür ein Förderprogramm einrichten lässt.

Dankbar aufgegriffen wurde der Vorschlag von Wolfgang Werner (SPD), nicht nur Hausbesitzer, sondern auch die Mieter dabei mitzunehmen. Mit der Gegenstimme der FDP wurde beschlossen, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Antrag zu stellen, mit dem ein integriertes, energetisches Quartierskonzept für Neviges und auf ein anschließendes Sanierungsmanagement gefördert wird.

Die Aufstellung des Konzepts
soll 100 000 Euro kosten

Betroffen ist der erweiterte Bereich der Innenstadt, er umfasst das Areal an der Blücherstraße als Keimzelle von Neviges, das Ortzentrum mit den vielen Fachwerkstrukturen inklusive Mariendom bis zur Bahntrasse sowie der südwestlich anschließende Bereich im Umfeld der Wilhelmstraße, der  Backstein- und Schieferstrukturen sowie einen hohen Anteil verputzter Fassaden aufweist.

Die Südwestgrenze des Gebietes bilden unter anderem die Bogenstraße bis zum Neubaugebiet Jahnsportplatz. „Wir beauftragen ein Unternehmen, das innerhalb diese Gebiets die Baustrukturen anschaut und überlegt, wie energetisch saniert werden kann. In rund einem Jahr wird das Gesamtkonzept vorliegen“, schätzt Planungsamtsleiterin Heike Möller auf Nachfrage der Westdeutschen Zeitung.

„Dann werden wir eine Person mit technischem Knowhow für das Sanierungsmanagement  einstellen, die mit den Hausbesitzern überlegt, wie sich die Energieeffizienz im Gebäudebestand steigern und der Ausstoß von CO2 verringern lässt. Dabei wird überlegt, dezentrale Wärme- oder Energienetze aufzubauen. Auf historischen, denkmalgeschützten Gebäude lässt sich  keine Photovoltaikanlage setzen. Große Gebäude bieten dafür häufig eine Möglichkeit, so dass die Nachbarn mitversorgt werden können“, so Möller weiter.

Für die Aufstellung des Quartierskonzeptes sind 100 000 Euro veranschlagt mit einer Förderung von 65 000 Euro, das Sanierungsmanagement schlägt für drei Jahre mit 210 000 Euro zu Buche  bei einer Förderung von 136 500 Euro.