Natur begeistert junge Forscher

Vorschüler und Erstklässler entdecken dank des Projekts „Lernort Natur“ des Wülfrather Hegerings den Wald.

Wülfrath. Arda ist schon sieben, und was Tiere betrifft, da macht dem Erstklässler so schnell keiner etwas vor. „Schon mal hat mein Papa einen Feldhasen gesehen, der ist ganz groß und hat lange Ohren“, erzählt Arda aufgeregt Axel Zobel, der die rund 15 Kinder jetzt durch die drei Waldstationen im Düsseler Wald begleitet.

„Das ist prima“, antwortet der Jäger und lobt lachend die kleinen Waldforscher. „Es macht richtig Spaß mit euch, weil ihr alle so schlau seid und so gut zuhört.“ Dann zeigt Zobel den Schülern eine Buche. „Schaut mal, wie hoch der Baum ist, was denkt ihr, wie alt könnte der sein?“

Es ist wieder Arda, der aufgeregt mit den Fingern schnipst. „Wenn wir den Baum absägen, können wir die Jahresringe zählen“, schlägt er vor. Das aber muss nicht sein, Axel Zobel verrät es seinen Zuhörern, auch ohne die Kettensäge zu bemühen: „Der Baum ist 120 Jahre alt, als Euer Urgroßpapa ein kleiner Junge war, da fing er an zu wachsen.“

Katharina bleibt der Mund vor lauter Staunen offen stehen, und das ändert sich auch nicht, als der Naturführer auf ein Stück morsches Holz hinweist. „Und was denkt ihr, was das ist, hm? Ist das Müll?“ Die Kinder nicken. „Nix da“ widerspricht Axel Zobel, „das ist ein McDonalds für Dachse.“

Maximilian und die anderen kichern los. „Hier in dem Holz“ — der Jäger bricht es problemlos auf — „leben Kellerasseln, Würmer, Tausendfüßler, das ist für den Dachs ein echtes Futterparadies.“ Und weil jetzt alle selbst Hunger kriegen, dürfen sich die Kinder auf ein Waldsofa — ein aus Ästen geflochtener Kreis — setzen und ihr Frühstück auspacken.

Axel Zobel, Hegering

„Diese Gruppe hier bringt schon einiges an Wissen mit“, lobt Axel Zobel während der kleinen Pause. „Das ist heutzutage nicht selbstverständlich. Früher war das anders, aber heute gibt es immer wieder Kinder, die glauben tatsächlich, eine Kuh sei lila“, heißt es. Lehrerin Monika Hartmann nickt zustimmend und sagt: „Ich erlebe es auch so, dass die Eltern immer seltener mit den Kindern Ausflüge in den Wald machen. Dabei steckt er voller Abenteuer.“

Mit einem Stück Ton dürfen die Waldforscher jetzt ihr Gesicht an die Bäume kleben“. „Prima, ihr habt gute Waldgeister gezaubert“, freut sich der Fachmann, „die achten auf den Wald.“ Dann zeigt er den Kindern noch alle Tiere, die hier beheimatet sind — ausgestopfte natürlich. „Ich finde den Maulwurf so süß“, ruft ein kleines Mädchen mit blondem Pferdeschwanz, ein Junge bevorzugt das braune Eichhörnchen, ein anderer findet die Elster „voll cool“. „Die Elster ist hier die Polizei im Wald, die warnt mit lautem Gekrächze alle Tiere, wenn wir Jäger zum Beispiel in den Wald kommen.“ Ein Falkner zeigt den Kindern nun noch, welch große Spannweite die Flügel seiner Eule „Ivan“ haben.

Dann ist die Zeit auch schon um, und alle erhalten einen runden „Naturkenneransteckbutton“. „Ich hab so einen schon von Star Wars“, ruft ein Junge in die Runde, „aber der hier ist auch ganz okay.“