Nachgehakt: Nordanbindung - Kein Anschluss für Circle Line

Nachgehakt: Nordanbindung - Kein Anschluss für Circle Line

Die geplante Nordanbindung der Regiobahn an die S 9 soll vorerst gestrichen werden. Sie ist dem Unternehmen zu teuer.

Wülfrath. Ist das das Aus für die Circle Line? Die geplante Nord-anbindung der Regiobahn an die S9 im Bereich Dornap soll vorerst gestrichen werden. Damit befasst sich der ÖPNV-Ausschuss des Kreises in der kommenden Woche.

Derweil lässt der Baubeginn der Regiobahnverlängerung in Richtung Wülfrath und Wuppertal auf sich warten. „Der Zuwendungsbescheid des Landes ist immer noch nicht eingetroffen“, sagt Joachim Korn, Regiobahn-Geschäftsführer. Eigentlich sollten die Arbeiten in diesem Herbst beginnen.

Im Februar hatte das Land die Finanzierung zugesagt. Im Mai hatte die Regiobahn die Pläne vorgestellt und den Baubeginn für diesen Herbst angekündigt. 2017 sollen demnach die Züge via Düssel/Dornap nach Wuppertal fahren. „Wir hoffen, dass Ende Oktober, Anfang November der Bewilligungsbescheid kommt“, sagt Korn.

Dann könne noch mit Grünschnitt und anderen vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Und wenn im Frühjahr die Bagger anrücken könnten, „werden wir an dem Ziel festhalten, dass im Jahr 2017 die Regiobahn bis Wuppertal fährt“, so Korn. Er wundere sich aber schon, „warum das mit dem Bescheid so lange dauert“.

Rund 44 Millionen Euro kostet die Verlängerung. Etwa 40 Millionen kommen vom Land. Im Bereich Düssel/Dornap soll ein neuer Haltepunkt entstehen. Dort soll die Regiobahn auch an die bestehenden Gleise der S 9 angebunden werden — einmal in Richtung Wuppertal-Vohwinkel, einmal in Richtung Norden Aprath und Essen. Doch dieser zweite Anschluss, der für die Pläne einer Circle Line wichtig wäre, steht auf der Streichliste.

Die Circle Line soll — mit einem Schwenk durch Wülfrath-Mitte — bis in Richtung Düsseldorf führen. „Doch das Thema ist zurzeit vom Tisch“, sagt Joachim Korn. Die Circle Line sei nicht zu finanzieren. Und da eine Refinanzierung eines Nordanschlusses an die S9 auch nicht zu erwarten ist, will sich die Regiobahn-Gesellschaft diese Investition sparen.

Rund 500 000 Euro sind als „Vorsorgemaßnahme für eine mögliche spätere Einbindung der Circle Line“ veranschlagt. Landeszuschüsse gibt es laut Kreis nicht — erst dann, wenn die Circle Line tatsächlich realisiert wird. Die Verlängerung der Regiobahn nach Wuppertal sollte, so der Kreis, nicht mit „finanziellen Risiken“ belastet werden.

„Ich bin damit nicht glücklich“, sagt der Wülfrather SPD-Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Axel Welp. Die SPD-Fraktion im Regionalrat der Bezirksregierung wolle an der Circle Line festhalten. Welp: „Kommt die Einbindung in Richtung Norden nicht, wäre das das völlig falsche politische Signal.“ Von der Stadt waren Freitag keine Stellungnahmen zu erhalten.

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