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Nach Schulgipfel: Stadt ist sauer auf Bezirksregierung

Nach Schulgipfel: Stadt ist sauer auf Bezirksregierung

In einem Brief an die Bildungsministerin bittet Claudia Panke um Hilfe für den Schulträger in Wülfrath.

Wülfrath. Die Bezirksregierung lehnt die Kompromisse ab, die beim Wülfrather Schulgipfel erarbeitet wurden. Bürgermeisterin Claudia Panke und Schulausschuss-Vorsitzender Martin Sträßer nehmen das nicht hin und schreiben nun NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann.

Und sie werden deutlich: Es gehe inzwischen nicht mehr nur um den Schulstandort Wülfrath, sondern „um die Glaubwürdigkeit der schulfachlich Verantwortlichen“.

Das ist die Problemsituation: Realschüler, die nach dem Abschluss der Erprobungsstufe (Klasse 6) nicht die Qualifikation für diese Schulform haben, müssten eigentlich in die 7. Klasse der Hauptschule wechseln — nur die gibt es nicht in Wülfrath.

Auf dem Schulgipfel im Mai wurde folgende Lösung auf den Tisch gelegt: Die betroffenen Schüler werden als Hauptschüler an der Realschule weiter unterrichtet. Dem erteilt die Bezirksregierung, die mit am Tisch des Gipfels saß, eine Absage.

Der Vorschlag der Bezirksregierung: Die Zahl der Schüler, die die Realschule eigentlich verlassen müssten, solle gering gehalten werden. Die anderen Schüler sollten dann freiwillig die sechste Klasse in der Sekundarschule wiederholen — oder sich eine Schule in einer anderen Stadt suchen.

Panke und Sträßer weisen in ihrem Brief darauf hin, dass der Zwangs-Besuch einer Hauptschule dann gegen den ausdrücklichen pädagogischen Rat erfolgen würde.

Das Wiederholen in der Sekundarschule würde andererseits dazu führen, dass die Klassen dort aufgestockt werden müssen. „Schon jetzt liegt die Klassengröße aber weit über den 25 Kindern, die im Jahr 2012 von amtlicher Seite der Bezirksregierung, aber auch von den politischen Vertretern des historischen Schulkompromisses als maximale Klassengröße bezeichnet wurde“, so die Wülfrather Vertreter.

Panke und Sträßer machen in dem Brief Druck, „weil die Zeit drängt“. Die Eltern hätten für schwerwiegende Entscheidungen kaum noch Zeit. Es gehe um das Wohl der Kinder. Das Ministerium müsse nun dem Schulträger Hilfe leisten.