Langenberg: Musik-Festival feiert Fünfjähriges

Langenberg : Musik-Festival feiert Fünfjähriges

Anfang September dürfen sich die Freunde klassischer Musik wieder auf das Langenberg Festival freuen. Geboten wird einmal mehr Kammermusik zwischen Rhein und Ruhr.

. „Das kleine, aber feine Festival hat sich längst zum Geheimtipp in der klassischen Musikszene entwickelt“, sagt Initiatorin Nina Reddig. Eigentlich startet das internationale Musikfest, das erstmals mit einer Festival-Akademie verbunden ist, am Donnerstag, 5. September. Aber bereits am 22. August bittet die Kammermusikerin, Solistin und Konzertmeisterin, die als eine der interessantesten Geigerinnen ihrer Generation beschrieben wird, zum Abschlusskonzert des vorhergegangenen viertägigen Meisterkurses für Violine, Streicherkammermusik und interdisziplinäre Ensembles auf Hof Fahrenscheidt (Fahrenscheidt 1, Langenberg).

Mit einer Art Vorspiel geht es am 5. September los: Reddig lädt um 19 Uhr in die Vereinigte Gesellschaft (VG) zur öffentlichen Probe in lockerer Atmosphäre ein – der Eintritt ist frei. Den offiziellen Auftakt macht am Freitag, 6. September um 19 Uhr das Eröffnungskonzert „Herbstlied“. Nina Reddig an der Violine, Trung Sam am Klavier und Nils Mönkemeyer an der Viola spielen unter anderem Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Benjamin Britten. Der international renommierte Bratschist Nils Mönkemeyer ist bereits zum dritten Mal dabei: „Er fühlt sich offenbar ganz wohl in Langenberg“, meint die Organisatorin. Überhaupt habe sie „eine traumhafte Gruppe internationaler Streichersolisten“ zusammen bekommen.

Neu in diesem Jahr sind die Möglichkeiten, die Musiker persönlich kennenzulernen. So lädt das Festival am Samstag, 7. September, um elf Uhr zum Künstlergespräch bei Kaffee und Kuchen in die VG, musikalisch eingeleitet von Julian Arp mit der Solosuite G-Dur von Johann Sebastian Bach. Der Cellist steht dort am Abend um 19 Uhr erneut auf der Bühne, diesmal gemeinsam mit Nils Mönkemeyer und Nina Reddig, die die Goldberg-Variationen von Bach in einer Eigenbearbeitung für Streichtrio darbieten.

Internationale Bühnenerfahrung an Musiktalente weitergeben

Auch das Kurzkonzert und öffentliche Coaching „stArtups – Open class“ als Teil der Festival-Akademie für die junge Geigerin Christa-Maria Stangorra am Sonntag, 8. September um 11 Uhr ist eine Neuerung. Ziel ist, internationale Bühnenerfahrung an ausgewählte Nachwuchsmusiker weiterzugeben. Stangorra präsentiert sich zuvor mit Werken von Telemann, Say und Ysaÿe.

Den glanzvollen Abschluss des Langenberg Festivals bildet um 19 Uhr im Historischen Bürgerhaus das Konzert „Über allen Gipfeln“ mit Franz Schuberts Streichquintett C-Dur, D 956 – „eines der schönsten Stücke überhaupt“, findet Nina Reddig. Neben ihr werden Annette Walther (Violine), Gareth Lubbe (Viola) sowie Hannah Weber und Julian Arp am Violoncello zu hören sein.

Für Nina Reddig bietet ihre Wahlheimat Langenberg den optimalen Rahmen für das Musikfest. Hier erhalte man die Gelegenheit, nach schönen Konzerten in akustisch exquisiten Konzertsälen mit den Musikern bei einem Glas Sekt ins Gespräch zu kommen. Der historische Ortskern mit verwinkelten, mittelalterlichen Gassen und Villen aus der Gründerzeit bilde dafür ein stilvolles Ambiente. Das liebenswerte Städtchen, umgeben von blühender Natur und einer deutschlandweit einzigartigen Hofgemeinschaft von fünf idyllisch gelegenen Biohöfen sei der ideale Ort, um den beschaulichen Charakter ihres hochkarätig besetzten Festivals zu unterstreichen, sagt die ARD-Wettbewerbspreisträgerin, die ebenso gerne mit Tänzerinnen, Kammermusikpartnern oder Orchestern auf der Bühne steht wie mit dem Münchener Schauspieler Michael Mendl.

In Langenberg möchte die Geigerin Raum für persönliche Begegnungen schaffen und kreativen Schaffensprozessen die Zeit geben, die sie benötigen. In der ländlichen Idylle finde sie neben der Musik ihre ganz eigene Ruhe, die jedem Schaffensprozess innewohnt, so Reddig, die ihr 2015 gegründetes Langenberg Festival mit dem besonderen Konzept der angegliederten Festival-Akademie als Herzstück ihrer Arbeit bezeichnet.

In diesem Jahr gibt es übrigens erstmals eine Kooperation mit Alldiekunst. Parallel zum Festival ist eine Ausstellung zu sehen, die zu den Leitmotiven des Festivals Bezug nimmt. Vier Künstlerinnen präsentieren an der Wiemerstraße ihre Werke: „Die Besucher können von der VG gemütlich durch Langenberg spazieren und dann bei Alldie die Bilder bewundern“, sagt Reddig.

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