Musik aus Wülfrath: „Das ist Adrenalin pur“

Musik aus Wülfrath: „Das ist Adrenalin pur“

Der Wülfrather Thorsten Willer hat neben seinem Solo-Projekt auch eine neue Gruppe: „Soledown“ startet durch.

Wülfrath. Er zögert einen Moment. Er lächelt dabei und antwortet dann: „Ja, ich bin meinem Traum, von der Musik leben können, definitiv einen Schritt näher gekommen“, sagt Thorsten Willer. Der Wülfrather Rock- und Folkmusiker wirkt ausgelassen. Zweigleisig treibt er seine Karriere voran: mit dem Solo-Projekt Willer und seiner neuen Band „Soledown“. Die hat soeben ihr erstes Album veröffentlicht und erobert in der Region namhafte Showbühnen. Am Donnerstag zum Beispiel wird in Köln-Ehrenfeld das „Underground“ gerockt.

Und „gerockt“ muss man bei „Soledown“ wörtlich nehmen. Ihre Musik ist nichts für Feingeister. Ihre Interpretation des Grunge und Indierocks ist laut und schnell. Ist Thorsten Willer im Alleingang ein stiller, versonnener Erzähler, bellt und schreit er als Frontmann der Band heraus. „Das ist Adrenalin pur“, sagt er. „Soledown“, bekennt er im WZ—Gespräch, „ist die Band, die ich immer wollte“.

Mitte des vergangenen Jahres hatte Willer sein drittes Solo-Album veröffentlicht. Karg instrumentiert. Introvertiert. Sehr persönliche Texte. Eine ganze Reihe von Auftritten schloss sich an. Auch der Westdeutsche Rundfunk entdeckte den Wülfrather und spielte seine Songs in WDR 2 und Einslive. Schon damals deutete er der WZ an, dass er es nicht bei diesem Projekt belassen möchte. „Willer ist nur eine Facette.“

Mit „Soledown“ fühlt er sich komplett. „Die ruhige und die wilde Seite“, merkt er an. Das gelte nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich. „Ich schreibe die Texte für die Songs. Und für mein Solo-Material sind nicht immer alle Texte passend“, sagt er. Die Rockband biete ihm dann die bisher fehlenden Möglichkeiten.

Schon seit einigen Jahren arbeitet Willer mit Gerald Giebel zusammen. „Er ist für das Art-Work meiner CD-Cover zuständig“, sagt der Musiker. Und er ist Gitarrist. „Und er hat im vergangenen Jahr einen Sänger für eine Band gesucht.“ Der Anfang für „Soledown“.

„Ein Wortspiel“, sagt Willer über den Band-Namen, der nicht eins zu eins übersetzt werden kann. „Sole steht für Einzigartigkeit. das Down soll die Grunge-Attitüde andeuten. Und zusammen hört sich das gut an. Außerdem kann man daraus grafisch einiges machen“, lässt Willer erkennen, dass die sich gerade erst gefundene Band nichts dem Zufall überlassen will. Sie startete schnell durch.

Das erste Album „Soul Drowning“ mit sechs Songs wurde mit Tempo aufgenommen. Im Kölner „Gloria“, einem der smartesten Clubs in der Domstadt, wurde die Veröffentlichung gebührend gefeiert. „Das nächste Album kommt Anfang 2012 raus“, kündigt Willer an. „Hoffentlich dann bei einer Plattenfirma.“

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