Mit dem Rad um Wülfrath: Nahe liegende Entdeckungen

Mit dem Rad um Wülfrath: Nahe liegende Entdeckungen

17 Kilometer rund um Wülfrath: Die WZ saß am Sonntag mit im Sattel.

Wülfrath. Wer in Wülfrath ganz nach oben will, hat einen steilen Weg vor sich - zumindest auf dem Fahrrad. Am Sonntag lud die Stadtverwaltung zur Radtour rund um die Kalkstadt ein.

11.15 Uhr: Es geht los. Rund 30 Radlerinnen und Radler aller Altersgruppen haben sich am Zeittunnel eingefunden. "Wir wollen heute auf einige schöne Seiten von Wülfrath hinweisen, die den Einwohnern gar nicht so bewusst sind", sagt Anja Haas vom Stadtmarketing. Mit ihrem Kollegen Michael Kumpf hat sie die Rad-Rundfahrt geplant.

Vom Zeittunnel geht es um den Schlupkothener Bruch in Richtung Kocherscheidt. Drei Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) begleiten die Radler. Beate Hoffmann fährt ganz vorn: "Wir passen auf, wenn gefährliche Streckenabschnitte kommen. Meine Kollegen hinten achten darauf, dass uns keiner abhanden kommt."

Tatsächlich trennt sich auf den ersten Hügeln die Spreu vom Weizen, denn: "Das Bergische Land ist nunmal auch ein bergiges Land." An der Landstraße Richtung Wuppertal liegt der nächste Hingucker: die Düsselquelle auf Gut Blomtrath. "Ich wohne seit vielen Jahren in Wülfrath, trotzdem bin ich noch nie hier gewesen", sagt Uwe Buschmann, der mit Tochter Ann Kathrin (8) unterwegs ist - und so geht es vielen. Zwar ist die Quelle längst versiegt, doch fließt symbolisch ein künstlicher Strom.

Die Radler gönnen sich eine kleine Pause. Mit dabei sind auch Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff und Gegenkandidat Thomas Görtz. "Das Radnetz in Wülfrath ist gut ausgebaut, was das Umland betrifft. Stadtstraßen haben in der Hinsicht noch Verbesserungsbedarf", sagt Görtz.

"Ich finde es in Ordnung, dass die Kandidaten bei solchen Veranstaltungen Bürgernähe zeigen. Das ist doch ganz normal", findet Margret Gieseler. Nach einer gemütlichen Etappe durch die Bergische Diakonie Aprath zeigt Michael Kumpf den Radtouristen das Denkmal, das 1890 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet wurde. Der schlechte Zustand - dem Kopf fehlt die Nase - beunruhigt jedoch wenig, denn: "Die Original-Büste steht inzwischen im Niederbergischen Museum." Trotzdem entfacht der Anblick eine Diskussion über Vandalismus und Instandhaltung.

13 Uhr: Die erste Hälfte der 17Kilometer ist geschafft, die Teilnehmer lauschen in der Aprather Mühle, die um 1400 erstmals urkundlich erwähnt wurde, dem Vortrag von Michael Kumpf.

Teilnehmerin Bettina Wagner

Durch Düssel führt die Route nicht mehr an viel befahrenen Straßen entlang, dafür gegen den Wind und bergauf. Gegen 14 Uhr ist der Euroga-Radweg auf der Kölnischen Landstraße erreicht. Die Erschöpfung nimmt zu, nur ein Teil der Gruppe erreicht den Kindergarten am Düsseler Tor. Nach schneller Wiedervereinigung geht dann es über den Flehenberg zurück zum Zeittunnel. Um 14.40Uhr endet die Radtour, und die Bürgermeisterin bilanziert: "Ich denke, es hat allen Spaß gemacht, und wir können die Rundfahrt regelmäßig anbieten."

Mehr von Westdeutsche Zeitung