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Mit dem Einrad in Wülfrath fliegen und schweben

Wülfrath : Mit dem Einrad fliegen und schweben

Ian Dylewski und sein Team von der Einradschule "RideOne" haben in Wülfrath die ersten Probestunden seit Ausbruch der Corona-Pandemie gegeben.

In Anlehnung an das diesjährige Themenjahr „Alles in Bewegung“ der Bergischen Museen hat sich das Niederbergische Museum Wülfrath ganz auf das Fahrrad und seine verschiedenen Facetten konzen­triert. Am vergangenen Samstag wurde das bisherige Zweirad ausnahmsweise mal gegen das Einrad getauscht. Das jedoch sehr erfolgreich.

„Wir haben uns Unterstützung von der Einradschule RideOne geholt“, berichtet Museumsleiterin Karin Fritsche mit sichtlicher Begeisterung. Zahlreiche Familien haben sich dem offenen Angebot auf dem Schulhof der Schule am Berg angeschlossen und sich auf dem Einrad ausprobiert.

Für das unterhaltsame und lehrreiche Training waren Ian Dylewski und sein Team zuständig. Dylewski, der selbst schon seit zehn Jahren auf dem Einrad sitzt, weiß worauf es ankommt. „Ich habe schon Talente gesehen, die nach einer halben Stunden fahren konnten. Andere haben dafür länger gebraucht. Lernen kann es aber grundsätzlich jeder“, so der 33-Jährige, der gemeinsam mit seinen Schülern Jonathan (14), Ben (18) und David (15) Hilfestellungen leistete. Anders als beim klassischen Einrad-Fahren konzentriert sich die RideOne-Einradschule auf das sogenannte „Urban-Einrad-Fahren“.

Im nächsten Jahr stehen die Weltmeisterschaften an

„Heißt, dass man uns eher mit einem BMX vergleichen kann. Wir machen Sprünge und verschiedene Stunts“, erklären die talentierten Jugendlichen, die teilweise schon seit gut sechs Jahren mit dem Einrad unterwegs sind. „Im nächsten Jahr wollen wir gerne bei der Weltmeisterschaft in Frankreich dabei sein. Qualifizieren muss man sich in diesem Bereich noch nicht, weil es noch nicht so viele Urban-Einradfahrer gibt“, erklärt Ben.

Freude, endlich wieder zu unterrichten, hatte Ian Dylewski, der das erste Mal seit Ausbruch der Pandemie wieder mit seinem Team unterwegs sein durfte. „Für uns ist das auch wie eine kleine Premiere über die wir uns sehr freuen. Seit eineinhalb Jahren durften wir keine offenen Angebote mehr organisieren“, so der Trainer, der die Zeit mit dem Einrad-Nachwuchs sichtlich genoss. 

Auf die Idee, die Einradschule nach Wülfrath zu holen, ist die Ehrenamtlerin und ehemalige Museumsleiterin Christa Hoffman gekommen. „Ich habe nach einer Einradschule gegoogelt und bin im Internet auf das Team aufmerksam geworden“, berichtet die Museumspädagogin, die mit diesem Angebot alle Altersgruppen ansprechen wollte.

Die Beine halten auf dem
Einrad das Gleichgewicht

„Denn Einrad kann man in jedem Alter lernen. Unser ältester Schuler ist aktuell Mitte 60“, ergänzt Ian Dylewski, der für Neulinge einen Trick bereithält. „Man sollte sich zunächst an einem Geländer oder einem Gerüst festhalten. Anders als beim Fahrrad sind die Beine dafür da, das Gleichgewicht zu halten. Wenn man es aber einmal beherrscht, dann ist es wie fliegen und schweben gleichzeitig“, erklärt der Dozent.

Alle Veranstaltungen, die im Zuge des Themenjahres organisiert wurden, konnten sich von der Teilnehmerzahl sehen lassen. „Besonders unsere Radtouren zu den umliegenden Museen waren sehr erfolgreich“, weiß Karin Fritsche, die eine besondere Tour noch in Planung hat. „Sobald das Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert wieder öffnet, werden wir auch dorthin eine Tour planen.“ Ebenso ist im Zusammenhang mit dem Themenjahr eine Lesung in der Wülfrather Medienwelt geplant. Das Datum wird noch bekannt gegeben.

Museumsnacht mit Reisebericht von Pfarrer Rehrmann

„Am 24. September nehmen wir zudem an der überregionalen Museumsnacht teil und werden diesen Abend mit einem Reisebericht von Pfarrer Thomas Rehrmann einleiten. Zusätzlich steht den Besuchern neben unserer Dauerausstellung die Fahrrad-Sonderausstellung und unser Fahrradquiz zur Verfügung“, fasst Karin Fritsche das umfangreiche Angebot zusammen.