Mit Alpakas auf Wandertour

Familie Schoenmakers bietet geführte Ausflüge in Unterdüssel mit den Andenkamelen an.

Wülfrath. Der Boden ist noch wintersteif gefroren. Bei jedem Schritt knarzt es. Die morgendliche Sonne schimmert auf dem vereisten Teich in dieser Mulde Unterdüssels. Der Fischbach plätschert gemächlich dahin. Ein Glöckchen klingelt in der Stille. Das dazugehörige Tier tippelt munter auf Lia zu. Die Vierjährige hat keine Scheu vor dem Schaf. Auch nicht vor den beiden großen Begleitern: Alpakas. Die Rasenmäher auf vier Beinen gehören Familie Schoenmakers. Und die bietet ab sofort im Neander-Wander-Land die vermutlich ausgefallenste Tour an: Trekking mit Schafen und Alpakas.

Eine Unternehmensidee, die keinesfalls von langer Hand geplant war, sondern sich eher nebenher ergab. „Wir wollten immer Tiere haben“, sagt Bart Schoenmakers. Im großzügigen Gartenbereich haben sie viel Auslauf. Zuerst standen Esel auf der Wunschliste. „Da machten aber die Nachbarn nicht mit. Zu laut“, fügt er hinzu. „Dann eben Alpakas“, sagten sich die Schoenmakers’, „weil da gerade ein Beitrag im Fernsehen war.“ Jennifer Schoenmakers handelte schnell. In Balve fand sie einen Hobbyzüchter. Paris und Heidi heißen die beiden neuen Familienmitglieder.

Da einige Wiesen am Haus recht steil und nur umständlich zu mähen sind, sollten die beiden Alpakas auch der Rasenpflege dienen. „Aber die Fläche ist für beide zu groß“, musste Jennifer Schoenmakers erkennen. Und so ergänzten sie die Stallbewohner um drei Schafe. Es sind sogenannte Ouessants, die nach einer französischen Atlantikinsel, die vor der Bretagne liegt, benannt werden.

„Die werden nicht so groß wie die bekannten Hausschafe. Schafe passen aber gut ins System“, erklärt Bart Schoenmakers. Mit den „kleinsten Schafen Europas“ — Isa, Isi und Bock Jack — ist das Team komplett.

Mit den Tieren unternahmen das Paar und die Töchter Lia und Juli (2) auch mal kleinere Spaziergänge. „Ich gehe gerne spazieren. Mein Mann eher nicht“, sagt Jennifer Schoenmakers mit einem Schmunzeln. Eine Freundin gab ihr dann den Tipp. „Mach doch Trekking-Touren in die Umgebung. Wandern ist angesagt.“ Sie habe nicht groß gezögert. „Wir sind ja ein bisschen verrückt“, merkt sie lachend an.

Und außerdem sind beide touristisch aktiv, bieten sie doch auch E-Bike-Touren an. „Das passt irgendwie zusammen. Und so was gibt es hier noch nicht“, sieht sie außerdem ein gutes Vermarktungspotenzial im Neanderland.

90 Minuten bis zwei Stunden lang sind die Touren in die Wülfrather Natur, die nun angeboten werden. „Wer möchte, kann dazu auch ein kleines Grillfest, Stockbrot am Feuer oder ein Fotoshooting mit den Tieren buchen“, sagt sie. Kindergeburtstage am Teich sind möglich, aber auch kleine Firmenevents oder Familienfeiern.

Erste Wanderungen haben stattgefunden. Jennifer Schoenmakers: „Zuerst kommt man gar nicht richtig voran, weil wir immer von Passanten angesprochen werden. So eine Truppe macht schon neugierig.“ Kein Wunder — Alpakas trifft der Wanderer hierzulande auch nicht so häufig.

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