Medienwelt hat eine neue Leiterin

Yvonne Jacobs (49) hat bereits Büchereien in den Niederlanden geleitet. Am Montag trat sie ihre Stelle in der Kalkstadt an.

Wülfrath. „Wir sind froh, dass wir wieder eine Fachfrau gefunden haben. Für die Kolleginnen war es schwer, den Übergang zu gestalten“, gab sich gestern Dezernentin Michaele Berster bei der Vorstellung der neuen Büchereileiterin Yvonne Jacobs erleichtert. Die Neue hat erst am Montag angefangen. Ihr erster Eindruck ist sehr positiv: „Die Medienwelt ist gut organisiert, ein großes Lob an die Kolleginnen“, sagt die 49-Jährige, die in den Niederlanden aufgewachsen ist und dort Bibliothekswesen studiert hat.

Neben Tätigkeiten in niederländischen Büchereien zog es die Tochter eines deutschen Vaters und einer holländischen Mutter der Liebe wegen nach Deutschland. Hier arbeitete sie in der Stadtbücherei in Oberhausen, bevor sie bei dem Essener Industrieunternehmen Atlas Copco etwas völlig anderes machte.

Yvonne Jacobs, neue Leiterin der Wülfrather Medienwelt

Da sie mit ihrem Lebensgefährten in Wuppertal-Elberfeld wohnt, entsprach die Stellenausschreibung genau ihren Wünschen: „Mich hat eine Leitungsstelle in einer Bücherei gereizt, dazu wollte ich eine sinnvolle Aufgabe erfüllen, und das noch nahe an Wuppertal. Ich freue mich auf den Kontakt zu den Schulen und Kindergärten, auf die direkte Ansprache. Im Vertriebsinnendienst hatte ich nur telefonische Kontakt zu den Kunden“, erzählt die Bibliothekarin, die kürzlich noch die Prüfung zur Wirtschaftsfachwirtin absolvierte. „Das passt zu meiner Leitungsfunktion“, sagt sie.

„Wie ihre Vorgängerin Ina Reßler wird Yvonne Jacobs eine 31-Stunden-Stelle besetzen“, sagt Amtsleiter Dieter Ruda. Er freut sich über 25 000 Euro, die der Medienwelt 2018 und 2019 aus der Herminghaus-Stiftung zufließen. „Wir werden das Geld dafür verwenden, den Bestand zu modernisieren. Wir haben auch mal kurz überlegt, ob wir die Räumlichkeiten des benachbarten Kundencenters der Stadtwerke Wülfrath übernehmen, wenn die im August umziehen. Aber mit den 600 Quadratmeter, die wir jetzt haben, sind wir glücklich, das langt.“

Und was unterscheidet niederländischen Büchereien von deutschen? „Nicht viel“, stellt Yvonne Jacobs fest. „Allerdings gab es in den Niederlanden viel früher Erneuerungen bei der Verbuchung.“ Den Trend, dass Büchereien immer mehr zu einem Aufenthaltsort für die Informationssuche werden, sieht Jacobs auch in Wülfrath. Sie möchte die Internetpräsenz ihres Hauses ausbauen, Kontakt zur Volkshochschule, Buchhändlern und anderen Institutionen herstellen. „Mein Ziel ist es, die Gruppen auszuwerten und zu schauen, wie die Medienwelt genutzt wird.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung