Neviges : Die Farbe für das Dach des Mariendoms steht jetzt fest

Architekt des Gotteshauses, Gottfried Böhm, hat sich entschieden.

Der Erbauer des Mariendoms hat sich über den aktuellen Stand der Dachsanierung vor Ort informiert. Trotz seiner 98 Jahre schob Gottfried Böhm den Rollator in den Bauaufzug und schaute sich in luftiger Höhe zusammen mit seinem Sohn Peter und Diözesanbaumeister Martin Struck die Arbeiten an. „Der alte Herr Böhm war mit der Baustelle zufrieden“, lautet das Fazit von Polier Frank Wiemhoff.

Der Besuch des weltbekannten Architekten wurde gleichzeitig genutzt, um über die Farbgebung der letzten Schicht zu beraten. Dafür hatten die Betonfachleute der Firma Torkret nach Farbvorgaben von Peter Böhm verschiedene Musterplatten aus „faserverstärkten kunststoffmodifizierten Spritzmörtel“ vorbereitet. Der wurde im ersten Bauabschnitt in den vergangenen Monaten auf dem Dach aufgebracht. „Herr Böhm senior entschied sich für die Platte Nummer 2. Er meinte, das sei ein freundlicher Farbton, Kirche soll Wärme ausstrahlen“, zitiert der Polier.

Hergestellt wird der Farbton durch Weißzement mit gelben und roten Farbpigmenten. Über die genaue Zusammensetzung schweigt der Polier. Er verrät nur so viel: „Wir verwenden eine Feinwaage.“

In diesen Tagen wird wieder stundenweise der Kompressor angeworfen und ein lautes Zischen ist rund um den Dom erneut zu hören. Mit Granulat werden die Dachflächen abgestrahlt, um sie für den Auftrag der farbigen, sieben bis acht Millimeter dicken Deckschicht vorzubereiten. „In den frisch aufgebrachten Beton wird die waagerechte Brettstruktur eingearbeitet. Das ist richtige Handarbeit für drei Mann“, beschreibt Frank Wiemhoff den letzten aufwändigen Arbeitsgang. Mit diesem wird in der 43. Kalenderwoche begonnen. „Bis Weihnachten wollen wir mit der Hauptpyramide fertig sein“, kündigt der Baufachmann an. „Es kann später werden, das hängt sehr von dem Wetter ab: Unter fünf Grad kann das Material nicht verarbeitet werden.“