Lukas will endlich einen Spielplatz

Die Siedlung am Flehenberg wächst. Spielflächen gibt es noch nicht. Ein Junge sammelt dafür jetzt Unterschriften.

Wülfrath. Ganz schön aufgeweckt, der Bursche: „Und dann bin ich einfach durch die Siedlung gegangen und habe Unterschriften gesammelt“, sagt Lukas wie selbstverständlich. Der Achtjährige will, dass endlich die Kinderspielplätze in der Siedlung gebaut werden, in die er vor vier Jahren mit seinen Eltern gezogen ist — dem sogenannten Künstlerviertel rund um Hundertwasser- und Heinrich-Vogeler-Weg.

2007 gab es den ersten Spatenstich für das Projekt der Firma „Domus — Wohnen am Flehenberg“. Auf den rund 54 000 Quadratmetern sollten bis zu 165 Wohneinheiten entstehen — vor allem Einfamilienhäuser. 2008 wurden die ersten Häuser bezogen. Die Grünordnung des Bebauungsplans sieht zwei Spielplätze à 200 Quadratmeter vor — für Kleinkinder. „Für ältere Kinder bieten die öffentlichen Grünflächen entlang der Fuß- und Radwege Treffpunkte und Spielmöglichkeiten“, ist in der Begründung zum Bebauungsplan nachzulesen.

Lukas ist mit seiner Familie 2010 an den Paula-Modersohn-Weg gezogen. „Und seither heißt es immer wieder, dass der erste Spielplatz im Herbst angelegt wird“, sagt Mutter Natassja Förster. Passiert ist aber nichts.

Lukas, der inzwischen die vierjährige Schwester Avelina hat, sprach unlängst mit der Großmutter über die Spiel-Situation. „Und Oma hat dann die Unterschriftensammlung vorgeschlagen“, erinnert er sich. Kurzerhand legte er einen Zettel an, steckte diesen in einen Schnellhefter — und zog los. „Ich dachte, er geht mal nur kurz vor die Haustür“, sagt die Mutter — doch Lukas nahm sich Zeit. Unter dem Titel „Wir sind für den Bau des Spielplatzes, der uns schon so lange versprochen wurde“ sammelte er mehrere Dutzend Unterschriften. „Die Leute fanden das gut“, sagt er.

An der Ecke Flehenberg/Hundertwasser-Weg könnte ein Platz entstehen. „Im Herbst“, sagt die Mutter, habe Domus ihr gesagt. Ein Spielplatz mit Rutsche und Sandkasten — für Kleinkinder. Nicht nur Lukas ist seit Einzug ins neue Heim inzwischen kein Kleinkind mehr.

Domus hat auf mehrere Anfragen der WZ bisher nicht geantwortet.