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Lothar Jäger kurbelt im Mai wieder an seiner Bingo-Trommel

Neviges : Lothar Jäger kurbelt im Mai wieder an seiner Bingo-Trommel

Der Tönisheider Spielleiter veranstaltet die beliebte Lotterie coronakonform mit Postkarten.

„Ich habe ein ganzes Jahr Entzug.“ Lothar Jäger, der „Bingo-Macher“ von Tönisheide, vermisst das beliebte Lotteriespiel, mit dem er seit 30 Jahren immer gute Unterhaltung bot. Dabei nimmt er gerne als Spieler auf anderen Veranstaltungen teil. „Ich bin überall hingefahren. Besonders toll war es beim spanischen Kulturverein in Ratingen, da kamen um die 100 Leute hin.“ In Spanien hat Lothar Jäger durch Bingo einen seiner schönsten Urlaube verbraucht. „Bei Almeria gab es eine Strandgaststätte, da war nichts los. Ich habe dem Wirt angeboten, jeden Abend Bingo zu machen, da war die Hütte voll, nach ein paar Tagen konnte man nur nach Vorbestellung reinkommen.“

Auch im heimatlichen Tönisheide kamen die Spieler in Massen, wenn es hieß „Bingo im Café am Kirchplatz.“ „Einmal drängten sich 48 Leute an den Tischen“, erinnert sich Lothar Jäger, der immer dienstags an der Kurbel der Glücksmaschine drehte. „Und warum Dienstag? Ich hatte gefragt, an welchen Wochentag am wenigsten los ist.“ Nachdem das Café geschlossen hatte, erfolgte der Umzug ins „Inside“ an der Wülfrather Straße. „Da sind wir gut aufgenommen worden, der Inhaber hat eine große Kaffeemaschine und besorgt drei Sorten Kuchen. Der erste Dienstag im Monat ist immer noch fest terminiert – wenn denn die Gaststätten wieder öffnen dürfen.“

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Jäger einen festen Stamm von Spendern aufgebaut, die Preise zur Verfügung stellen. Da ist fast alles dabei: „Rezeptbücher von Stemberg, Wein, Sekt, Schinken, Restaurant-Gutscheine und Sachen, die sich im Handel nicht gut verkaufen. Ich habe noch einiges im Keller stehen“, versichert der Spielleiter. Die Preise will er nach gut einem Jahr Corona nun unter die Menschen bringen, völlig kontaktlos. „Ich möchte es nicht Corona-Bingo nennen, das finde ich unangemessen. Das ist Postkarten-Bingo, darauf fahren die Leute ab.“

Erste Erfahrungen hat der Spielemacher bereits mit Weihnachtsbingo gesammelt, bei dem auch Karten zum Einsatz kamen. Jetzt gibt es Bingo im Mai. Das Mitmachen ist ganz einfach und kostet nur eine Briefmarke: Man braucht nur eine frankierte Post- oder Ansichtskarte an Lothar Jäger, Zum Papenbruch 65, 42553 Velbert-Tönisheide zu schicken und ist bei der Ziehung am 31. Mai dabei. „Auf dieser Karte müssen zehn Zahlen zwischen 1 und 75 aufgeschrieben werden. Wer die ersten richtigen zehn Zahlen auf seiner Karte hat, bekommt einen der fünf schönen Preise“, verspricht Lothar Jäger. Er bittet darum, dass die volle Adresse und Telefonnummer angegeben wird. „Nur so kann ich die Gewinner benachrichtigen. Die Übergabe der Preise kriegen wir kontaktlos hin.“ Ins Spiel kommen nur frankierte Postkarten. „Beim ersten Postkartenbingo hatte einer zehn Karten in einem Brief. Wer zu geizig ist, eine Briefmarke zu kaufen, der soll es sein lassen.“

Lothar Jäger ist auch für seine Tombola bekannt, die ursprünglich dem Förderverein der Kinderklinik des Klinikums Niederberg zu Gute kam. Nach der Übernahme durch Helios hatte sich der Verein aufgelöst, jetzt geht der Erlös an den Verein Wunschzettel. „Ich hatte schon immer guten Kontakt zu Herrn Hundrieser, noch als der seinen Laden an der Thomasstraße hatte. Als er seinen Edeka-Markt an der Sontumer Straße aufmachte, stand ich dort zuerst freitags, bis er meinte ich soll samstags kommen, da sei mehr los. Das werde ich auch wieder machen, wenn Corona vorbei ist.“