Linke: Bürgermeister missachtet Ausschuss

Streitpunkt ist Umfrage zur Gesamtschule.

Velbert. Für die Ratsfraktion der Linken missachten Bürgermeister Dirk Lukrafka (CDU) und die von ihm geführte Stadtverwaltung die Arbeit des Schulausschusses. Das Ergebnis der Elternbefragung der Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) zur gewünschten Schulform, mit 69,7 Prozent Beteiligung für die derzeitigen Zweit- und Drittklässler, lässt für die Linke klar erkennen, dass eine zweite Gesamtschule sinnvoll und gewollt ist. „Daher sind wir entsetzt darüber, dass Bürgermeister Dirk Lukrafka und Dezernent Gerno Böll genau dieses Ergebnis als Absage an die Gesamtschule interpretieren“, sagt Fraktionsvorsitzender Harry Gohr. „Abgesehen davon ist die Nichtbeachtung der Arbeit des Schulausschusses undemokratisch und somit extrem besorgniserregend.“ In Velbert wie in jeder Stadt lägen Entscheidungen immer noch bei Rat und Ausschüssen und nicht bei der Verwaltung.

Der Ausschuss hatte jüngst mit einer Mehrheit von neun zu vier Stimmen die Verwaltung beauftragt, Rahmenbedingungen für eine zweite Gesamtschule zu schaffen. In ihrer sieben Tage zuvor veröffentlichten Berechnung gehe Biregio davon aus, dass es in Velbert bis zu 14 Züge à 25 Kindern pro Jahrgang geben wird. Bei der Frage nach dem Interesse an einer weiteren Gesamtschule stimmten 73,1 Prozent der Eltern mit „Ja“ und „Ja, vielleicht“, wobei viele einen konkreten Standort für die Entscheidung gebraucht hätten.

Zu diesem Befragungsergebnis komme laut einer neuen Studie noch der Anstieg von Schülerzahlen in der Zukunft. Wie die Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte, werden sich die Schülerzahlen aus mehreren Gründen bis zum Jahre 2025 fast verdoppeln. Laut Ingrid Schween, für die Linke im Rat, versucht die CDU seit Jahren, eine zweite städtische Gesamtschule zu verhindern. Der CDU-Bürgermeister scheue hierbei nicht davor zurück, demokratische Regeln außer Kraft zu setzen. Da Kinder aus finanziell schwachen Familien mehr und mehr ins Bildungsabseits geraten, kämpfe die Linke seit Jahren darum, diesen Missstand zu beenden und allen Kindern gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Die Partei fordert: „Zweite Gesamtschule jetzt.“ HBA