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Wülfrath: Leerer Kalender schadet dem Förderkreis Stadtkirche

Wülfrath : Leerer Kalender schadet dem Förderkreis Stadtkirche

. Eigentlich wollte sich der Förderkreis der evangelischen Stadtkirche Wülfrath bereits im April zur ersten Mitgliederversammlung seit der Gründung treffen. „Doch Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, steigt Beiratssprecher Ulrich Mairose in seine Begrüßung ein.

Mit viermonatiger Verspätung fanden die drei Beiratsmitglieder am Mittwochabend in der Stadtkirche zueinander, um über das vergangene Jahr zu sprechen und einen Ausblick auf die kommenden Monate zu wagen.

15 Mitglieder hat der Förderkreis aktuell. „Ein echter Gewinn, waren wir im vergangenen Jahr doch nur neun Mitglieder“, freut sich Ulrich Mairose, der die Ziele des Förderkreises in der Förderung des Erhalts und der Nutzung der Kirche am Kirchplatz sowie im aktiven Werben um Spenden und Sponsorengelder sieht.

Der Beirat soll wieder von drei auf fünf Mitglieder anwachsen

Waren zur Gründung noch fünf Beiratsmitglieder aktiv, sind es mit Ulrich Mairose, Martina Spiecker und Manfred Hoffmann nur noch drei Personen an der aktiven Spitze. „Dazustoßen können Interessierte aber jederzeit, wir würden gerne auch vor der nächsten Hauptversammlung wieder auf fünf Beiratsmitglieder anwachsen“, ruft der Beiratssprecher zur Teilnahme auf.

Elf Treffen hat der Förderkreis seither initiiert, dabei auch eine Postkartenaktion mit acht Motiven ins Leben gerufen. „Die Postkarten dürfen aktuell auf Grund der Corona-Verordnung nicht ausliegen, wir werden damit aber zu gegebener Zeit wieder starten“, verspricht Mairose, der sich auch über eine zeitige Fortführung der Kirchenführungen freuen würde. Gerne übernimmt diese Aufgabe Martina Spiecker, die sich mit der Historie der rund 1000 Jahre alten Kirche auskennt. „Ich würde vorschlagen, im Rahmen der offenen Stadtkirche stets den ersten Mittwoch im Monat eine Führung anzubieten, sollte Corona dies wieder zulassen“, so Spiecker, die um den Erfolg dieser Führungen weiß. „Vorzugsweise Wülfraher haben dieses Angebot genutzt und ihre Kirche am Kirchplatz mit ganz anderen Augen gesehen“, sagt Mairose.

Drei Veranstaltungen konnten in diesem Jahr vor dem Pandemie-Lockdown noch durchgeführt werden. Darunter zählt auch das Lions-Konzert, das vom Förderkreis mitgetragen wird. Ein Drittel der Einnahmen flossen in die Kasse des Vereins. Eine angedachte Vortragsreihe musste jedoch nach der ersten Veranstaltung abgesagt werden. Auch neue Termine möchte Ulrich Mairose noch nicht veröffentlichen. „Es wäre zu schade, wenn diese wieder abgesagt werden müssten“, so seine Meinung. Zudem ist fraglich, wie viele Personen aktuell zu solchen Veranstaltungen im Kirchenraum zugelassen sind.

24 bildliche Darstellungen lassen sich noch erkennen

Ein ganz besonderes Anliegen für den Förderkreis sind die Fresken im Altarraum der Stadtkirche. 24 bildliche Darstellungen lassen sich noch schemenhaft erkenne. Bereits in den 60er Jahren wurde diese freigelegt. „Eigentlich 50 Jahre zu früh“, bemerkt Pfarrer Ingolf Kriegsmann. „Damals wurden die Fresken, die eigentlich eher Wandmalereien sind, mit Hammer und Meißel freigelegt. Das hat zu einer starken Beschädigung geführt“, ergänzt er. Sanierungsarbeiten in den 90er Jahren haben einen Teil der Malereien sichtbar gemacht, eine vollständige Restaurierung ist für die Zukunft angedacht. „Die Restaurierung wird jedoch teuer. Wir gehen von einem sechsstelligen Betrag aus“, vermutet Mairose, der zudem einen Gutachter zu Rate ziehen möchte. Die Fresken stammen aus der gotischen Zeit, schätzungsweise aus dem Jahr 1430. „Und das macht sie so besonders, denn aus dieser Zeit gibt es kaum Malereien“, stellt Ingolf Kriegsman fest, der jedoch betont, dass die Entscheidung für den Erhalt der Wülfrather Fresken bei der Landeskirche liegt.

Bis eine Entscheidung getroffen wird, möchte der Förderkreis weitere Spenden sammeln und hat dafür ein eigenes Unterkonto eingerichtet. „Vielleicht nutzt so manch ein Jubilar seinen Geburtstag dafür, Geld für die Fresken zu sammeln, anstatt sich die nächste Flasche Rotwein in den Keller zu stellen“, hofft Mairose abschließend lächelnd.