Neviges : Laternenfest lockt mit Lichterglanz

Trotz einiger Absagen von Standbetreibern war die abendliche Aktion der Werbegemeinschaft Neviges ein voller Erfolg und sorgte für großen Besucherandrang in der Innenstadt.

„Es ist toll, wie sich dieses Fest entwickelt hat. Schön, dass so etwas in Neviges veranstaltet wird“, war Besucher Jupp Schmitt am Freitagabend geradezu begeistert vom diesjährigen Laternenfest. Schmitt stand dabei allerdings gerade noch unter dem Eindruck eines lustvoll verzehrten Flammkuchens in der Fußgängerzone. „Einfach sensationell“, lautete sein Urteil. Allerdings war die französische Spezialität nur eine von vielen Attraktionen, die da von 16.30 bis 22 Uhr geboten wurden.

Wer die kleine Festmeile betrat, der schaute zunächst auf eine muntere Kinderschar, die riesigen Spaß an einem nostalgisch anmutenden Karussell hatte, bei dem die Jüngsten auf den verschiedensten Untersätzen im Kreis herum fuhren und begeistert kreischten. „Schön“, meinte die vier Jahre alte Eden an der Hand ihrer Mutter und beschäftigte sich dann eingehend mit ihrer Papierlaterne.

Die Beleuchtungskörper, die dem Straßenfest ihren Namen gegeben hatten, kamen natürlich erst so richtig zur Geltung, als sich die Dunkelheit einstellte, und die lockte immer mehr Besucher in die Nevigeser Innenstadt, die durch die Wilhelmstraße zweigeteilt wurde. Eine Ampel sorgte dafür, dass Passanten wie Autofahrer sich einigermaßen ungehindert bewegen konnten.

Während Bullebäusken und Kaffee zu 1,20 Euro und im „SOS-Tragbar“ Waffeln konsumiert und Laternen verschiedenster Bauart erworben werden konnten, saß Organisator Helmut Wulfhorst, der zweite Vorsitzende der Werbegemeinschaft Neviges (WGN,) in seinem Büro und machte kein sonderlich glückliches Gesicht. „Eine Kapelle und sechs Stände sind mir ausgefallen“, so Wulfhorst gestresst. Doch als er sich ins bunte Treiben mischte, da sah er überwiegend fröhliche Mienen: Die kleinen Mängel wurden von den Nevigeser und auswärtigen Gästen kaum bemerkt. Sie gaben sich lieber den angebotenen kulinarischen Genüssen hin. Und weil es kalt genug für Glühwein, aber noch nicht zu frostig zum Draußensitzen und in froher Runde Wein, alkoholfreien Apfel-Honig-Punsch, Kaffee und Kakao zu genießen war, stieg die Stimmung mit dem Aufleuchten der Laternen.

Viele, aber nicht alle Händler hatten bis 22 Uhr geöffnet

Mochten die roten Lämpchen am oberen Ende der Elberfelder Straße auch an den nahenden Allerheiligen-Feiertag erinnern, so sahen die 120 Lichter, die vor „Kati’s Fashion“ entzündet wurden, doch erheblich „weltlicher“ aus, zumal die Vorübergehenden auch zu einem Gläschen Sekt ins Geschäft – viele, aber leider nicht alle Händler hatten bis 22 Uhr geöffnet – geladen wurden. Damit die vielfachen flüssigen Köstlichkeiten auch auf solide Grundlagen treffen konnten, gab es die unterschiedlichsten delikaten Angebote, wie Haxe mit Sauerkraut und Kartoffelpüree oder Rinderroulade, und zwar im griechischen Restaurant. Schräg gegenüber frisch geräucherte Forellen, Omas Reibekuchen oder Crêpes, vor deren Stand eine Spielfläche für die vielen Kinder aufgebaut war.

Klein und Groß verfolgten dann um 19 Uhr den ersten Auftritt von André Fuego, dem Feuerspucker. Mit nacktem, nass glänzendem Oberkörper bot der sehnige, muskulöse Artist ohnehin schon einen malerischen Anblick. Doch dann nahm er einen Schluck brennbarer Flüssigkeit aus der mitgebrachten Flasche, spie sie in die drei Fackeln und ließ riesige Flammenfontänen in den Abendhimmel schießen. Ungläubiges Staunen der Umstehenden vor dem Asia-Wok und prasselnder Applaus für den wagemutigen „Feuerwerker“, der insgesamt dreimal auftrat.

Noch öfter waren zwei sympathische Herren mit Schirmmützen aus der Heimat der Rolling Stones und der Beatles, nämlich London und Liverpool im Einsatz: James Richardson und Antony New, das Duo New Horizon, das unten am Brunnen zum Tanz und zur Unterhaltung in die Tasten griff und beispielsweise mit „Flowertime in San Francisco“ an den vergangen Sommer erinnerte. „Wir kommen immer wieder gern hierher“, bekannten die munteren Old Boys.

„Das Laternenfest ist ein Selbstläufer“, waren sich Helmut Wulfhorst und Thomas Bellers, der erste Vorsitzende der Werbegemeinschaft Neviges, einig. „Selbst als es vor Jahren mal geregnet hatte, sind die Menschen gekommen.“ Vor allem aber auch geblieben, und zwar bis 22 Uhr, denn dann folgt stets der abschließende Höhepunkt: ein von der WGN gesponsertes Feuerwerk. Eine wahre Völkerwanderung vom Brunnen und dem Bierstand setzte sich in Richtung Platz vor der Sparkasse in Bewegung, um dort den 20-minütigen Lichter- und Farbenrausch mit vielen „Aahs“ zu bewundern – Neviges hatte sich mit dem Laternenfest wieder einmal ins rechte Licht gesetzt.