Kutscherstuben begeistern TV-Jury

Bei RTL 2 war jetzt zu sehen, was im Mai bei den Dreharbeiten für „Die Kochprofis“ in Wülfrath passierte.

Wülfrath. Inkognito waren die Produzenten der Doku-Soap „Die Kochprofis — Einsatz am Herd“ einige Male zum Testessen ins Restaurant Kutscherstuben nach Düssel gekommen. Vom Ambiente überzeugt, ließen sie die Tarnung schließlich fallen und fragten bei Inhaber Frank Hamann nach, ob er mit seiner Belegschaft an einer Spezialausgabe ihrer Gastro-Schau — dem „Großen Kochprofis-Battle“ — teilnehmen würde. Jeder der vier wetteifernden Sterneköche sollte ein Lokal im Ruhrgebiet für ein Abendmenü an die Gourmetspitze führen. Hamann wollte sich zunächst kundig machen, ob das Format auch seriös gefertigt wird: „In dem Bereich gibt ja auch Sendungen, die total negativ sind und einen runtermachen wollen.“ Nach einem Vertrauens-check konnte er als Vertreter des absoluten Südens des Ruhrgebiets guten Gewissens zusagen.

Drei Tage im Mai mussten die Kutscherstuben wegen der Dreharbeiten für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben, erinnert sich Hamann: „Gedreht wurde durchgehend von morgens acht Uhr bis abends elf Uhr. Das war schon eine Menge Arbeit.“ Die Kutscherstuben-Köche Hartmuth Pischel und Thorsten Kirschberger — wegen ihrer Lässigkeit vom ihnen zugeteilten Sternekoch Nils Egtermeyer „John Wayne und Billy the Kid“ genannt — schulterten die Hauptlast des Wettschmauses. Zunächst bereiteten sie der zehnköpfigen Fachjury ihr Haus-Menü bestehend aus kräftiger Kartoffelsuppe, Forelle Müllerin und Vanilleeisbecher zu. Dieser Klassiker erhielt die meisten Jurypunkte der Anfangsrunde. Für das Finale gab Kochcoach Egtermeyer Tipps auf Weltniveau, und mit selbstgeangelten Forellen zauberten sich die Düsseler Maitres erneut an die Punktespitze.

Allerdings sahen die Spielregeln vor, dass nicht die besten Menü-Macher siegen sollten, sondern jene, die sich von der Anfangsrunde zum Finale hin am meisten gesteigert hatten. „Wir haben von der Regel erst nach dem ersten Durchgang erfahren. Sonst hätten wir da schlechter gekocht,“ sah Hamann den dritten Platz sportlich. Doch immerhin ging es um eine Prämie von 5000 Euro. „Das wäre natürlich schön gewesen, doch insgesamt ist für uns alles gut gelaufen.“ Und die Fernsehleute lobte Hamann ausdrücklich: „Die waren alle supernett.“ Zur Ausstrahlung auf RTL 2 am vergangenen Sonntagabend plante Hamann ein Public Viewing auf der Terrasse, doch das Wetter passte nicht. Die Kutscherstuben selbst sind zu verwinkelt zum Rudelgucken.

Dort wurde zur Sendezeit wie üblich üppig geschmaust, so dass sich die Kochhelden erst zuhause die Wiederholung anschauten, berichtete Hamann: „Im Laufe des Abends hatten jedoch bereits viele fernsehende Stammgäste angerufen, die uns gratuliert haben.“ Alle hatten die Düsseler als Sieger der Herzen gesehen. Die Schönheit der Dorfstraße war vom Kameramann in immer neuen Schwenkperspektiven prima ins Bild gesetzt worden. Einfluss auf die einfach gute Speisekarte der Kutscherstuben wird das nicht haben. Die vom Sternekoch erfundene Menüvariation sei zu aufwendig, findet Hamann: „Das passt hier auch gar nicht. Bei uns bleibt alles so, wie es ist.“

Trotz der interessanten Erfahrung lautete der Appell der bis an ihre Grenze gegangenen Köche an ihren Chef: „Nie wieder Fernsehen!“ Ihre Köpfe dürfen sie allerdings nicht hängen lassen, schildert Hamann die Lage: „Bei uns ist es immer so voll, da müssen die beiden jetzt durch.“ Die Zuschauer konnten mehr als drei Stunden lang beste Unterhaltung genießen. Besonders schön gerieten die sonst verwehrten Einblicke in den heimischen Kräutergarten und natürlich die Küche des in 400 Jahre wohlgereiften Fachwerkhauses in Wülfrath.