Neviges : Kunst zieht ins frühere Kaufhaus

Hausbesitzer Claus Murjahn freut sich über die Belebung des Leerstandes, die Künstler über eine Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren.

. In den Schaufenstern des ehemaligen Kaufhauses Gassmann gibt es wieder etwas zu sehen: Zwar präsentiert dort kein neues Geschäft seine Waren, dafür können dort ab sofort die Werke von Velberter Künstlern betrachtet werden. „Ich hörte von den Problemen mit den vielen Leerständen und habe mich an die Stadt gewandt“, sagt die Tönisheider Hobbymalerin Ingrid Klimetzek. Am Montagmorgen bauten die Kreativen die Ausstellung mit Bildern von acht Mitgliedern des Velberter Künstlerbundes auf. „Ich finde es schön, wenn die Stadt eine Belebung durch die Kunst erfährt.“

Kurt Petruck freut sich darauf, wenn die Passanten neue Erfahrungen machen. „Leere Fenster sind nicht schön, die ziehen eine richtig runter“, bemerkt der Velberter Maler. „Für jede Stimmung und für jedes Gemüt ist was dabei“, wirbt er für die Vielfalt der Präsentation. Das Spektrum reicht von abstrakten Darstellungen über Figürliches bis zum Landschaftsbildern aus dem Bergischen. Dabei darf der Mariendom nicht fehlen. „Der gehört einfach dazu“, findet Ingrid Klimetzek und erinnert an die große Ausstellung in der Wallfahrtskirche im Vorjahr zu deren Jubiläum. „Sonst haben wir immer Ausstellungen im Forum Niederberg gemacht, dass ist wegen des bevorstehenden Umbaus erst einaml nicht möglich“, sagt Kurt Petruck, der sich umso mehr freut, dass sich diese Möglichkeit zur Bilderschau auf unbestimmte Zeit ergeben hat.

Bilder können anlässlich des Dorffestes begutachtet werden

Am 29. Juni zum Nevigeser Weinfest findet in den Räumen des ehemaligen Kaufhauses eine Vernissage statt, ebenso können die Bilder anlässlich des Dorffestes am 6. Juli aus nächster Nähe betrachtet werden. „Auf Anfrage gibt es auch Führungen“, ergänzt Ingrid Klimetzek, die per E-Mail zu erreichen ist. An der aktuellen Ausstellung nehmen neben den beiden bereits Genannten Ulrike Kinzler, Peter Kroniger, Ute Prochnow, Ulrike Sangen, Marie-Theres van Hall und Angelika Wittkötter teil.

Als ihren Mäzen bezeichnen die Künstler Claus Murjahn. Der Inhaber des Geschäftshauses an der Ecke Busbahnhof und Fußgängerzone, verlangt keine Miete. „Ich bin froh, dass die Künstler ihre Werke zur Verfügung stellen. Das bringt ein bisschen Leben und macht den Ort flott“, ist er überzeugt.

Während die Kunstmaler ihre Werke arrangieren, sind Anstreicher im Auftrag von Claus Murjahn mit letzten farblichen Restarbeiten beschäftigt. „Ich habe die Wände optisch renovieren lassen, so dass ich direkt startklar bin, wenn sich ein neuer Mieter findet.“ Der Mettmanner bietet die Verkaufsräume über das Internet an, außerdem ist die Wirtschaftsförderung mit im Boot. „Die hat ja in Velbert den Rossmann an Land gezogen. Das hier war hier für den Drogeriemarkt zu klein, die wollen 600, besser 700 Quadratmeter haben“, weiß Murjahn. In seinem um 1900 herum gebauten Geschäftshaus, im dem fast immer Textilien angeboten wurden, befinden sich Flächen von 400 Quadratmeter im Erd- und 185 Quadratmeter im Obergeschoss, verbunden durch eine Freitreppe und einem Lastenaufzug. „Interessenten können mich auch direkt unter Telefon 0172/2103363 anrufen.“

ingrid.klimetzek@gmx.de